IFA in Berlin: TV-Hersteller setzen auf 3D
VON LUDWIG JOVANOVIC - zuletzt aktualisiert: 03.09.2010 - 15:05Berlin (RP). Die Umsätze der Elektronikhersteller fallen dieses Jahr besser als erwartet aus. Mit neuen Themen, vor allem 3D-Angeboten, versuchen sie den Markt zusätzlich anzukurbeln. Neben 3D-Fernsehern liegt eine einfache, direkte Online-Anbindung von TV-Geräten im Trend.
Die Käufer nehmen das anscheinend gerne an. Laut Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) entwickelt sich der Markt besser als erwartet: Insgesamt werden die Umsätze bei digitaler Unterhaltungselektronik bis Jahresende voraussichtlich um 2,5 Prozent wachsen und ein Volumen von 12,7 Milliarden Euro erreichen.
Zahlen, die vor allem mit dreidimensionalen Fernseh-Bildern erreicht werden sollen. Die praktikabelste Lösung dafür sind neben einem 3D-Fernseher auch sogenannte Shutter-Brillen: Der Fernseher sendet ein Signal, wann das linke und wann das rechte Brillenglas abgedunkelt werden muss. So erhält jedes Auge ein leicht unterschiedliches Bild, das vom Gehirn zu einem dreidimensionalen Gesamtbild zusammengesetzt wird.
Dritte Dimension
Sony beispielsweise macht die Spielekonsole Playstation 3 fit für die dritte Dimension und stellt ein Upgrade für dafür im Internet zur Verfügung. Passend dazu bietet der Hersteller gleich drei neue 3D-Fernseher an und möchte damit zu Samsung aufschließen.
Die Koreaner besetzen derzeit mit einer aggressiven Preispolitik den Massenmarkt – und stellen extrem flache Modelle vor. Panasonic zeigt neben 3D-Fernsehern den ersten 3D-Camcorder für Einsteiger. Mit der 1200 Euro teuren Videokamera soll jeder dreidimensionale Filme in HD-Qualität drehen.
Auch Sharp wird auf den Zug aufspringen, nachdem man bisher mit Gelb als vierte Grundfarbe brillantere Farben versprach. Philipps dagegen zeigt Nachrüst-Lösungen: Erst kauft man den Fernseher, den man dann erst später für 3D aufrüsten kann. Das kommt den Kundenwünschen vermutlich am ehesten entgegen. Denn bisher fehlt es bis auf einige Blu-ray-Filme an dreidimensionalem Material.
3D-Kanal im Fußball
Bis Fernsehsender Filme in 3D produzieren, wird es noch dauern. Allerdings will die Fußball-Bundesliga zur Rückrunde einen 3D-Kanal über den Bezahlsender Sky einrichten. Als Zwischenlösung präsentiert Toshiba einen "Cell"-Fernseher. In ihm ist ein Chip verbaut, der herkömmliche 2D-Bilder zu dreidimensionalen hochrechnet – und das angeblich besser als die Konkurrenz. Schon jetzt bieten andere Hersteller eine solche Funktion an, der räumliche Effekt bleibt aber weit hinter echtem 3D-Material zurück.
Der zweite große Trend ist die Online-Anbindung der Fernseher. Schließlich möchte laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte zusammen mit Bitkom jeder zweite Deutsche sein TV-Gerät ans Internet anschließen, um live mit Freunden über ein Fußballspiel zu diskutieren oder eine Statistik nachzuschauen. Zudem soll so ein direkter Zugang zu Online-Videotheken oder Zusatzangeboten von Nachrichtensendungen möglich sein. Entsprechende Geräte werden auf der IFA gezeigt – und externe Receiver, die auch einen alten Fernseher internetfähig machen.
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