Schlechter Service bei DSL-Anbietern: Verbraucherzentrale fordert mehr Qualität
zuletzt aktualisiert: 10.11.2008 - 13:46Berlin (RPO). DSL-Nutzer aus ganz Deutschland haben in einer Umfrage der Verbraucherzentralen haben zahlreiche DSL-Nutzer teils massive Kritik an der Kundenfreundlichkeit und der Qualität ihrer Internetanbieter geäußert. Vor allem die Übertragungsgeschwindigkeit, die Wartezeit bei einem Anbieterwechsel, die Qualität der Angebote sowie der Kundenservice seien beanstandet worden.
Fast jeder zweite Befragte gab an, einen langsameren Internetzugang zu haben, als vom Provider versprochen sagte Olaf Weinel von der Verbraucherzentrale Niedersachsen am Montag in Berlin. Rund ein Drittel war mit dem Kundendienst seines Providers, vor allem mit langen Telefon-Warteschleifen, kostenpflichtigen Servicenummern sowie der Kompetenz der Mitarbeiter unzufrieden. Und knapp 60 Prozent begründeten ihren Anbieterwechsel mit einem günstigeren Preis.
Telekom-Verband hält die Umfrage für nicht wissenschaftlich
Der Verband der Telekom-Wettbewerber, VATM, kritisierte die Umfrage: Sie entspreche "nicht dem Stand von wissenschaftlich abgesicherten Methoden", zitierte der Verband aus einem Gutachten zu der Umfrage. Die Telekom-Konkurrenten beklagten, dass Verzögerungen bei der Freischaltung von DSL-Anschlüssen häufig von der Telekom verschuldet würden. Auch sei der Grundtenor der Umfrage bereits durch die Fragestellungen negativ. Weiter sei zu vermuten, dass besonders frustrierte Kunden sich beteiligt hätten - was das Stimmungsbild deutlich verzerre.Die Deutsche Telekom vereinbarte am Montag mit der 250. Gemeinde in Deutschland eine Kooperation zum Ausbau des DSL-Netzes. Zunächst zwölf Ortsteile der Stadt Schmallenberg im Hochsauerlandkreis sollen an das Breitbandnetz der Telekom angeschlossen werden, wie der Konzern mitteilte. Weitere sechs Ortsteile sollten später folgen. Damit sich der Ausbau des Netzes auf dem Land lohnt, übernimmt die Stadt eine Garantie für 692 Neukunden - womit sich der Ausbau nach Angaben der Telekom rentiert.
Kleine Gemeinden werden oft übergangen
In vielen ländlichen Gebieten in Deutschland sind bislang keine DSL-Anschlüsse für schnellen Internetzugang verfügbar. Der Ausbau lohnt sich für Unternehmen normalerweise nicht, da die Investitionen hoch und die Zahl der Kunden gering sind. Einige Gemeinden und Bürgerinitiativen gehen daher Kooperationen für den Ausbau mit Telekommunikationsanbietern ein. Auch die Bundesregierung will den Ausbau von Breitbandnetzen forcieren. Ein entsprechendes Beihilfepaket hatte die EU-Kommission am Freitag genehmigt.
Nach Ansicht der Staatssekretärin im Verbraucherschutzministerium, Ursula Heinen, hat der Service mit dem rasanten Anstieg der Nachfrage nach schnellen Internetzugängen in den vergangenen Jahren nicht Schritt halten können. Mitunter entstehe der Eindruck, es handele sich um eine Servicewüste.
Verbraucherschützer: Werbung soll nicht zu viel versprechen
Mit Blick auf die Umfrageergebnisse forderten die Verbraucherschützer von den Firmen eine Anpassung ihrer Werbeaussagen an die tatsächliche Bandbreite, eine Verbesserung des Kundenservice sowie einen zügigeren Anbieterwechsel. Hoffnung setzen sie dabei auf die Selbstverpflichtungserklärung der Branche beim kommenden IT-Gipfel. Sollten die Anbieter dort nicht mehr Kundenorientierung versprechen, müsste jedoch das Ministerium "gesetzliche Möglichkeiten überlegen", sagte Heinen.
Insgesamt haben an der mehrwöchigen Umfrage der Verbraucherzentralen im Sommer rund 15 000 Nutzer teilgenommen, so der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Derzeit verfügten rund 73 Prozent aller Haushalte über einen DSL-Anschluss.
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