Aufzeichnungsgeräte werden zu Zeitmaschinen: Videorecorder: vom Band zur Festplatte
zuletzt aktualisiert: 22.08.2003 - 16:05Düsseldorf/Berlin (rpo). Videorecorder haben sich schon längst als selbstverständlicher Begleiter des heimischen Fernsehgeräts etabliert. In mehr als 70 Prozent der deutschen Haushalte steht mindestens eine Bandmaschine zur Fernsehaufzeichnung.
Dennoch bekommt die klassische Videokassette zunehmend Konkurrenz: neben der DVD macht sich das aus der Computerwelt bekannte Speichermedium "Festplatte" auf, das Magnetband als Lösung Nummer eins fürs zeitversetzte Fernsehen vom Markt zu verdrängen. Erste Festplatten-Videorecorder sind vor etwa zwei Jahren erschienen. Seither wurden auch diese Geräte immer preiswerter und leistungsfähiger.
Festplatten-Videorecorder vermeiden die systembedingten Nachteile von Bandkassetten: In Sekundenbruchteilen kann die Speicher-Festplatte auf eine bestimmte einzelne Aufzeichnung zugreifen – das zeitaufwändige Umspulen entfällt.
"Timeshift Recording"
Und das ist erst der Anfang: wegen der extrem kurzen Zugriffszeiten von Festplatten werden entsprechende Aufzeichnungsgeräte zu regelrechten Zeitmaschinen. Der Fachbegriff lautet "Timeshift Recording".
Und das geht so: kommt der Besitzer eines Festplatten-Recorders etwa eine halbe Stunde nach Beginn des von ihm zur Aufzeichnung programmierten Spielfilms nach Hause, kann er den bereits aufgenommenen vorderen Teil des Films bereits von der Festplatte anschauen, während das Gerät gleichzeitig das noch vom Fernsehsender ausgestrahlte Filmende weiter aufnimmt.
Ein und derselbe Festplatten-Videorecorder kann sogar eine bereits archivierte Sendung abspielen, während er gleichzeitig eine andere Sendung im Hintergrund aufgezeichnet. Bis zu 200 Stunden Spielzeit bringen aktuelle Geräte auf ihren Festplatten unter. Nach dem Anschauen kann man entscheiden, ob man die aufgezeichnete Sendung löschen oder noch aufheben möchte.
Archivieren mit Kombi-Geräten
Weil viele Fernsehzuschauer zumindest bestimmte Programm-Highlights dauerhaft archivieren wollen, werden auf der Funkausstellung auch verschiedene Kombigeräte vorgestellt, die einen Festplatten-Videorecorder zum Beispiel mit einem VHS-Recorder oder einem DVD-Recorder kombinieren.
Mit solchen Kombi-Lösungen können sich Interessenten die beiden wohl wichtigsten Neuerungen rund ums zeitversetzte Fernsehen gleich in einem Gehäuse in ihre Wohnzimmer holen: eine Festplatte fürs komfortable Aufnehmen von TV-Sendungen und einen DVD-Recorder zum dauerhaften Archivieren der Aufnahmen.
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