Fußball im TV ohne Dauertröten: Vuvuzela-Filter lässt genervte Fans hoffen
zuletzt aktualisiert: 15.06.2010 - 19:23Düsseldorf (RPO). Auch fünf Tage nach dem WM-Start lässt das Dauer-Getröte in den Stadien die Gemüter kochen. Aber vielleicht gibt es Hoffnung für die genervten Fans. Mit einem technischen Trick könnten die Töne für die TV-Zuschauer in aller Welt gefiltert werden.
Der Berliner Hobbymusiker Tobias Herre behauptet, eine technische Methode erfunden zu haben, mit der man die Frequenzen der Vuvuzela-Klänge aus dem Tonsignal des Fernsehers herausfiltern kann. Die Anleitung für seinen Vuvuzela-Filter kann man sich im Internet ansehen.
Demnach lässt sich mit einem einfachen Stimmgerät am Fernsehlautsprecher ein Grundton der Vuvuzelas identifizieren: das Ais, ein Halbton über dem A. Die Frequenz des Tons liege bei ungefähr 233 Hertz. Um genau diese Frequenz und somit den Ton der nervigen Plastiktröten aus dem Signal zu filtern, bedarf es eines Computers mit Soundkarte und geeigneter Software.
Mit wenigen Veränderungen an den Audioeinstellungen des Computers wird die Ausgabe der entsprechenden Frequenzen beeinflusst. Wenn man das Audiosignal aus dem Fernseher in den Computer schickt, kann anschließend ein Fernsehton ohne Vuvuzela erzeugt werden. Die Anleitung ist allerdings technisch anspruchsvoll.
Wer keine Lust oder keine Möglichkeit hat, den Fernsehton über einen Computer laufen zu lassen, sieht sich weiterhin mit dem Problem konfrontiert. Daher werden in den letzten Tagen immer wieder Forderungen laut, die Fernsehsender sollten den Filter für den 233-Hertz-Ton zentral einspeisen. Denjenigen, die nicht auf den originalen Stadionklang mit Vuvuzela verzichten mögen, könne ein zweiter Stereo-Kanal mit Vuvuzela zur Verfügung gestellt werden.
Inwieweit sich diese Vorschläge tatsächlich realisieren lassen, werden die kommenden Tage zeigen. Bis dahin wird die Geduld notorisch Vuvuzela-Genervter wohl noch auf die Probe gestellt bleiben. In besonders schweren Fällen hilft solange nur noch: Ton abstellen.
Unterdessen bietet eine Internet-Firma einen "Anti-Vuvuzela-Filter" für 2,95 Euro an. Das Unternehmen verspricht, dass der Lärm der WM-Tröte dadurch deutlich vermindert wird. Allerdings erklärte der Physiker Anthony Sullivan von der südafrikanischen Rhodes University, dass der Filter nur ein "Marketing-Hype" und der Kauf "rausgeschmissenes Geld" sei.
Die britische Rundfunkanstalt BBC bemüht sich derweil nach zahlreichen Beschwerden von Fernsehzuschauern bei den WM-Spielen um ein bereinigtes Tonsignal. Die englische Tageszeitung "The Guardian" berichtete von 220 Beschwerden wegen des intensiven und monotonen Trompetengeräuschs während der Live-Übertragungen.
Die BBC prüfe nun, ob ein "bereinigtes" Signal zu empfangen ist, bei dem die Umgebungsgeräusche aus dem Stadion weitgehend herausgefiltert werden sollen. Die Zuschauer hätten dann die Möglichkeit die Umgebungsgeräusche wahlweise auszuschalten.
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