Immer mehr nutzen nur noch das Handy: Wann lohnt sich der Verzicht aufs Festnetz?
zuletzt aktualisiert: 18.05.2009 - 14:41Wiesbaden (RPO). Das Handy verdrängt zunehmend das Festnetz. Immer mehr Haushalte in Deutschland schaffen den klassischen Abschluss ab. Vor allem Jüngere telefonieren nur noch mit dem Handy. Der Umstieg lohnt sich in vielen Fällen - Verbraucher sollten den solchen Schritt aber genau prüfen.
Rund vier Millionen Privathaushalte waren nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes Anfang 2008 mit Mobiltelefon, aber nicht mit einem Festnetzanschluss ausgestattet. Damit stieg der Anteil dieser Haushalte von 4 Prozent im Jahr 2003 auf über 9 Prozent, wie Statistiker errechneten.
Vor allem Jüngere verzichten auf den Festnetzanschluss. Sie telefonieren also nur noch mit dem Handy. In Zahlen: In jedem dritten Haushalt (35 Prozent) von unter 25-Jährigen gab es Anfang 2008 kein Festnetz mehr. Bei den 25- bis 34-Jährigen waren es noch 19 Prozent der Haushalte, bei den 55- bis 64-Jährigen 6 Prozent und bei den über 70-Jährigen 2 von 100 Haushalten.
Der Trend ist eindeutig. Aber Verbraucher sollten sich den Schritt gut überlegen. Neben Vorteilen wie dem Einsparen der Grundgebühr stehen mit dem Eintritt ins 100-prozentige Handy-Dasein auch neue Fallen an. Zum Beispiel erhöhte Kosten bei Sondernummern. Und wie sie ins Internet kommen wollen, sollten sich Nutzer ebenfalls vorher überlegen.
Es muss nicht immer günstiger sein, nur noch das Handy zu nutzen. "Das hängt sehr vom eigenen Verhalten ab", sagte Jenny Braune, Tarifexpertin der Stiftung Warentest. Wer viel telefoniere, könne beim Verzicht auf das Festnetz mit Pauschaltarifen für das Handy sparen. "Das kann sich echt lohnen", erläuterte Braune.
Da die Flatrates aber oft mit vergleichsweise hohen Festkosten und einer zweijährigen Vertragslaufzeit verbunden sind, rät die Expertin zur genauen Prüfung: "Unbedingt auf den letzten Rechnungen gucken, wie oft, wie lange und in welche Netze man telefoniert."
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