Multimedia-Flunder vom Kult-Computerbauer: Was das Apple iPad kann - und was nicht
zuletzt aktualisiert: 27.05.2010 - 13:08Berlin (RPO). Für deutsche Fans des US-Computer-Herstellers Apple hat am Freitag das lange Warten ein Ende: Das neue Produkt des Konzerns, der Tablet-PC iPad kommt dann auch in Deutschland in die Läden. Das iPad soll eine neue Klasse von Geräten zwischen Computer und Handy begründen - doch perfekt ist das Gerät nicht.
Was ist das Apple-iPad? Das iPad ist ein Tablet-Computer. So werden Geräte bezeichnet, die nur aus einem flachen Bildschirm bestehen, in den der Rechner bereits eingebaut ist. Bedient wird das iPad über einen Touchscreen, der Bildschirm ist also berührungsempfindlich. Das neue Apple-Gerät sieht aus wie eine große Version des Apple-Multimediahandys iPhone, ist etwas kleiner als ein DIN-A4-Blatt und 13 Millimeter dick. Der Bildschirm funktioniert im Hoch-iner Ankunft in Südtirolst ähnlich groß wie bei Netbooks, den erfolgreichen Mini-Laptops. Das iPad wiegt 680 Gramm.
Was kann der Tablet-PC von Apple? Das iPad kann deutlich mehr als ein Handy, aber deutlich weniger als ein Laptop. Gedacht ist das Gerät vor allem zur mobilen Unterhaltung: Seine Besitzer können darauf Musik hören, Filme ansehen, spielen und Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften lesen. Auch für das Surfen im Internet ist das iPad konzipiert, genauso für das Lesen und Schreiben von E-Mails. Mit einem Office-Paket können auf dem iPad Dokumente, Tabellen und Präsentationen bearbeitet und angezeigt werden. Das Tippen funktioniert über eine eingeblendete Tastatur auf dem Touchscreen oder mit einer externen Tastatur. Musik, Videos und Programme können über das Internet geladen werden, mit dem sich das iPad über WLAN oder das schnelle UMTS-Mobilfunknetz verbinden kann.
Was kann das iPad nicht? Was Apple nicht auf das iPad lassen will, kann der Konzern aussperren: Wie beim iPhone und iPod lassen sich Anwendungen nur über den Appstore von Apple installieren. Einen anderen Internetbrowser als den eigenen etwa lässt der Konzern nicht zu. Auch Musik und Bücher dürfen die Nutzer nur über die Apple-Onlineläden kaufen. Im Gegensatz zu Computern ist es nicht möglich, mehrere Programme gleichzeitig zu öffnen, etwa den Browser und das Schreibprogramm; nur Musik kann parallel gehört werden. USB-Anschlüsse hat das iPad nicht, Kameras können daher nur über einen Adapter angeschlossen werden, USB-Sticks gar nicht. Die verbreitete Flash-Technik läuft auf dem Gerät auch nicht, weshalb viele Internetseiten nicht funktionieren.
Wie viel kostet das iPad? Apple bietet insgesamt sechs Versionen seines iPad an. Die Geräte verfügen entweder nur über WLAN oder auch über ein Modem für den Internetzugang per Handynetz. Beide Varianten gibt es in jeweils drei verschiedenen Speichergrößen. Das günstigste iPad - nur mit WLAN und 16 Gigabyte Speicher - kostet 499 Euro, für das teuerste - mit WLAN, Mobilfunkmodem und 64 Gigabyte Speicher - müssen Käufer 799 Euro auf den Ladentisch legen.
Was sind die Alternativen zum iPad? Der US-Softwareriese Microsoft und der Computerbauer Hewlett Packard (HP) haben für Mitte des Jahres einen Tablet-PC mit dem Namen Slate angekündigt. Auch das deutschen Unternehmen Neofonie will eine iPad-Konkurrenz bauen. Zudem sollen bald Klapp-Tablet-PCs mit zwei Bildschirmen auf den Markt kommen. Die können zum Lesen wie ein Buch gehalten werden, anders gedreht wird der untere Bildschirm als Tastatur, der obere zum Anzeigen der Inhalte genutzt. E-Book-Reader zum Lesen digitaler Bücher gibt es bereits, sie können meist aber eben nicht mehr als das. Netbooks wiederum sind Mini-Laptops, die sich zwar nicht als elektronisches Buch eignen, dafür aber deutlich mehr können als das iPad - und im Zweifelsfall sogar den PC ersetzen.
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