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Spezialsoftware: Wie sich verschwundene Dateien retten lassen

zuletzt aktualisiert: 03.10.2005 - 11:42

Düsseldorf (rpo). Ein falscher Klick, und die Arbeit von Stunden ist versehentlich gelöscht - für Computenutzer grenzt das an einen Super-GAU. Doch nicht immer sind die Dateien unwiederbringlich verloren. Denn auch Dokumente, die sich scheinbar in Luft aufgelöst haben, lassen sich mit Hilfe von spezieller Software meist wiederfinden.

Der Computer-Absatz ist zurückgegangen.  Foto: rponline
Der Computer-Absatz ist zurückgegangen. Foto: rponline

Durch das simple Löschen, den unbeabsichtigten Klick auf den "Löschen"-Button, wird die Datei nur in den "Papierkorb" des Betriebssystems verschoben, erklärt Günter Schulz vom Fraunhofer Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme (IPSI) in Darmstadt.

"Wer den Papierkorb aktiviert hat, braucht nur hier nachzusehen und wird die Datei dort normalerweise wiederfinden." Wurde der Papierkorb ausreichend konfiguriert, um alle Löschvorgänge aufzunehmen, lassen sich die Daten auch nach Wochen wiederherstellen.

Ist das nicht der Fall, gibt es dennoch Chancen, dass die gelöschte Datei wiederhergestellt werden kann. "Auch wenn Sie eine Datei aus dem Papierkorb löschen, verschwindet sie normalerweise nur aus der Ansicht des jeweiligen Ordners", erklärt Winfried Kalfa, Professor für Betriebssysteme an der Technischen Universität Chemnitz. In Wirklichkeit sind die Verweise auf die Dateien aber noch in einem so genannten Masterfile Table (NTFS oder FAT) vermerkt.

Kostenlose Rettungssoftware

Spezielle Recovery-Werkzeuge helfen, die Dateien, die aus den für den Normalanwender sichtbaren Ordnern verschwunden sind, wiederzufinden und wiederherzustellen, erklärt Schulz. Ein kostenloses Programm sei der "PC Inspector File Recovery" von der Datenrettungs-Firma Convar.

Allerdings sollte das Programm nicht auf dem Laufwerk installiert werden, auf dem die gelöschte Datei vermutet wird. Sonst werden möglicherweise genau die Bereiche der Festplatte überschrieben, auf denen sich die gesuchten Daten befinden, sagt Matthias Behnke vom Forschungszentrum Informatik (FZI) in Karlsruhe.

Im Zweifelsfall lieber zum Fachmann

Besteht die Gefahr, dass wichtige Daten verloren gehen, sollte ein Computer-Fachmann hinzugezogen werden, um die Daten, zum Beispiel mit Hilfe eines zweiten PCs, zu sichern.

Bei einem physischen Defekt der Festplatte können Profis Daten in Speziallabors retten, sagt Michael Dickopf vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BIS) in Bonn. Ganz billig ist die Hilfe allerdings nicht: Diagnose und Datenrettung im Speziallabor kosten rund 900 Euro, sagt Stephanie Hennig von der Datenrettungs-Firma Kroll Ontrack in Böblingen.

Läuft der Rechner aber noch, könne auch zunächst einmal der Explorer des Systems nach kürzlich geänderten Dateien durchsucht werden, empfiehlt Behnke. Bei einem Absturz des Programms seien ungespeicherte Dokumente möglicherweise noch als temporäre Dateien zu finden.

Haben Anwender schlichtweg vergessen, wo sie ihre Daten abgelegt haben, helfen Desktop-Search-Programme. "Programme wie "Windows Desktop Search" oder "Google Desktop Search" indexieren heute auf Wunsch sämtliche Daten, die auf dem PC abgelegt sind", sagt Schulz. Nach dem Prinzip von Datenbanken und Suchmaschinen im Internet helfen sie, Dateien und Emails wiederzufinden.

Grundsätzlich helfen gegen Datenverlust regelmäßige Back-Ups, sagt Behnke. Dabei muss nicht jedes Mal ein genaues Spiegelbild der Festplatte erstellt werden. "Es reicht, wenn ab und an eine Vollsicherung durchgeführt wird, um später das gesamte System wiederherstellen zu können." Dazwischen sollten wichtige Daten auf DVD, CD, USB-Sticks oder eine andere Festplatte gespeichert werden.

Quelle: gms

 
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