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Weltmarke feiert Geburtstag
Seit 40 Jahren erobert Apple die Welt

Apple zeigt das neue iPhone SE
Apple zeigt das neue iPhone SE FOTO: afp, js/mpb
Cupertino. Am 1. April 1976 wurde Apple gegründet. Seitdem verändert es mit revolutionären Ideen die Welt. Doch beinahe wäre es früh vorbei gewesen. Von Florian Rinke

Vielleicht wäre Apple heute pleite und der legendäre Gründer Steve Jobs nur eine Fußnote in der Geschichte, wenn nicht ausgerechnet Microsoft-Gründer Bill Gates den Konkurrenten gerettet hätte.

Wer weiß, ob er das noch mal tun würde, wenn er wüsste, dass Apple Jahre sein Unternehmen abhängen und zum wertvollsten Konzern der Welt werden würde.

Microsoft half Apple in den 90ern

Apple-Gründer Steve Jobs FOTO: AP

Denn Apple, das vor 40 Jahren in einer Garage im Silicon Valley gegründet wurde, war in den 1990er Jahren ein Trümmerhaufen. Unfähige Manager, die keine Antwort auf den Siegeszug von Microsofts Betriebssystem Windows fanden, hatten den PC-Pionier heruntergewirtschaftet.

Steve Jobs hatte das Unternehmen da schon im Streit verlassen, bei seiner Rückkehr ging es nur noch ums Überleben - und Microsoft bot einen Ausweg: Gates lieh dem Konkurrenten 150 Millionen Dollar und verpflichtete sich auch, die Bürosoftware "Office" weiter für Apple-Geräte zu entwickeln. Das war überlebenswichtig, ohne sie ging damals nichts.

Zum Dank entwickelte Jobs wenig später den iPod, das iPhone, das iPad, die das Verhalten der Menschen änderten und den klassischen PC außerhalb des Büros überflüssig machten. Heute ist Apple 530 Milliarden Dollar wert. Microsoft wurde abgehängt und sucht seinerseits verzweifelt eine Antwort auf das iPhone. Dumm gelaufen.

"Bleibe hungrig. Bleibe verrückt."

Das ist das erste iPhone FOTO: AP

Die Geschichte von Apple begann vor 40 Jahren. Damals, in den 1970er Jahren begann die Entwicklung des Silicon Valleys zum heutigen Mythos: Hier traf Technologiebegeisterung auf Hippie-Kultur.

Und Jobs war mittendrin. Der junge Mann, so schreibt es Walter Isaacson in seiner Biografie, besuchte damals Physikvorlesungen an der Uni Stanfort und arbeitete nachts beim Spiele- und Computerhersteller Atari.

Sein Traum: eine eigene Firma. Eines Tages hielt Jobs einen Katalog für technische Geräte in den Händen, auf dessen Rückseite der Spruch stand: "Bleibe hungrig. Bleibe verrückt." Es wurde so etwas wie sein Lebensmotto.

Denn es gibt wenige, die es so konsequent wie Jobs verstanden, mit großen Visionen immer wieder Kunden zu begeistern und gleichzeitig diese Ideen zu so viel Geld zu machen.

Apple II wurde zum Welthit

Was sich beim iPad und der Apple Watch ändert FOTO: afp, js/mpb

Das war wohl auch der größte Unterschied zwischen ihm und seinem Mitgründer Steve Wozniak, der den ersten Apple-Computer entwickelte und später erzählte, er habe diese Idee anderen kostenlos zur Verfügung stellen wollen.

Jobs, den Wozniak über einen Freund kennenlernte, sah das anders. "Jedes Mal, wenn ich etwas Großartiges entwickelt hatte, fand Jobs eine Möglichkeit, es in klingende Münze umzusetzen", erinnerte sich Wozniak laut der Apple-Biografie später.

Schon der erste kommerzielle PC, der Apple II, wird zum Welthit. Der Name, so erzählt es Jobs später, sei mehr durch Zufall bei der Rückkehr von einer Apfelplantage entstanden: "Der Name klang freundlich, schwungvoll und nicht einschüchternd. Apple nahm dem Begriff Computer die Schärfe." Im Namen steckt ein weiteres Erfolgsrezept des Unternehmens: Es geht nicht nur darum, innovative Produkte zu bauen, sondern auch die Technik mit dem Lebensgefühl der Menschen zu verbinden.

"It just works"

Diesen Plan verfolgte Jobs bis zu seinem Tod 2011 gemeinsam mit dem legendären Apple-Desinger Jonathan Ive. Nach seiner Rückkehr krempelte Jobs den Konzern um: Es reichte ihm nicht mehr, nur PCs zu bauen - denn die 1990er Jahre waren das Microsoft-Jahrzehnt.

Steve Jobs präsentiert das neue iPad FOTO: AFP

Also verpasste Apple dem iMac erst Farbe und später edle Schlichtheit. Das Arbeitsgerät wurde zum Lifestyle-Produkt. "It just works", versprach Apple Kunden schon da die Kombination aus Hard- und Software.

Schneller als andere hatten Jobs und seine Manager erkannt, wie das Internet die Welt verändern würde: Schon der iMac war konsequent auf das Internet ausgerichtet, mit dem iPod (2001) und dem etwas später gestarteten Online-Shop iTunes krempelte Jobs dann den Musikmarkt um.

Und weil Apple die Handhabung wieder extrem vereinfachte, waren die Menschen auch hier bereit, einen Aufpreis zu zahlen: für das Gerät, aber auch für Musik aus dem Netz, die zuvor oft noch illegal heruntergeladen wurde.

iPhone revolutionierte den Markt

Im iPhone, dem bis heute erfolgreichsten Apple-Produkt, verbanden sich schließlich diese beiden Welten: Das 2007 präsentierte Smartphone ist Musikspieler und PC in einem und revolutionierte mit seinem App-Store den Markt.

Branchengrößen wie Nokia wirkten plötzlich wie technologische Dinosaurier - und verloren gegen Apple, das seitdem den Erfolg mit immer neuen Modellen ausschlachtet.

Zuletzt blieben die großen Innovationen zwar aus, unter Jobs Nachfolger Tim Cook wurde nur die bislang mäßig erfolgreiche Apple Watch präsentiert. Doch gleichzeitig bescheren die Geräte Apple weiter extrem hohe Gewinne - Kredite von Microsoft braucht das Unternehmen jedenfalls nicht mehr.

Quelle: RP
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