RP Plus: Die besten Gesellschaftsspiele des Jahres
VON SVEN GREST - zuletzt aktualisiert: 15.06.2011 - 10:52Düsseldorf (RP). Das klassische Gesellschaftsspiel erlebt eine Renaissance. Spiele wie „Die Siedler von Catan“ und „Dominion“ haben die klassischen Brett- und Kartenspiele aus dem Schattendasein geholt. Doch es gibt noch zahlreiche weitere Spiele, die sich nicht hinter Computer- und Videospielen verstecken müssen. Die „Spiele des Jahres 2011“ werden Ende Juni prämiert. RP Plus hat die drei Favoriten vorab getestet.
Das beliebteste Spiel der Deutschen ist nicht etwa Mensch-ärgere-Dich-nicht. Jeder zweite Deutsche kennt „Die Siedler von Catan“ – das Spiel, bei dem die Teilnehmer versuchen, mit erwirtschafteten Rohstoffen Siedlungen und Städte zu erbauen. Weltweit wurde es mehr als 15 Millionen Mal verkauft, inzwischen ist es in zahlreichen Spielvarianten erhältlich. Sogar als Version auf dem iPad.
400 Millionen Euro Umsatz mit Gesellschaftsspielen
Das Beispiel zeigt: Klassische Gesellschaftsspiele sind längst nicht mehr langweilige Freizeitbeschäftigungen für langweilige Zeitgenossen. Vor allem in Deutschland hat sich ein großer Spielemarkt entwickelt, die deutschen Spieleerfinder gelten als die kreativsten der Welt. Damit führen Gesellschaftsspiele längst kein Schattendasein mehr hinter digitalen Computerspielen und Konsolen. 2010 wurden in Deutschland 400 Millionen Euro Umsatz mit Spielen und Puzzlen umgesetzt. Eines der erfolgreichsten: Die Brettspiel-Version des Fernsehklassikers „Schlag den Raab“. Um Begeisterten eine Orientierung im unübersichtlichen Spiele-Dschungel zu bieten, prämiert eine unabhängige Jury jährlich das „Spiel des Jahres“. Die Entscheidung für die beste Neuerscheinung in diesem Jahr wird am Montag, 27. Juni, bekanntgegeben. Die drei Finalisten allerdings stehen bereits fest. RP Plus hat sie getestet. Drei RP Plus-Mitarbeiter stellen im Video ihren Favoriten vor.
Qwirkle
Die Spielidee von Qwirkle ist ebenso einfach wie genial. Das ganze Spiel besteht aus einem Sack voller bunter Spielsteine, die mit verschiedenfarbigen Mustern verziert sind. Alle Teilnehmer versuchen, möglichst viele passende Steine aneinander zu legen und entsprechend viele Punkte zu kassieren. Wer die meisten Punkte hat, wenn der Steinesack leer ist, gewinnt. Das Spiel erinnert an eine Kombination aus Domino und Scrabble und ist nicht nur für Kinder leicht zu verstehen, sondern macht auch Erwachsenen Spaß. Vorteil: Der Aufbau entfällt. Nachteil: Der seltsame Spielname.
Einstiegsalter: ab 6 Jahren, Spielerzahl: 2 bis 4, Dauer: rund 45 Minuten, Autor: Susan McKinley Ross, Verlag: Schmidt, Preis: 30 Euro
Asara
Ein strategisches Brettspiel im klassischen Sinne: Eine große Spielfläche, viele Spielfiguren und -Karten – und nahezu unbegrenzte Möglichkeiten. Sinn des Spiels ist es, als Architekt orientalische Türme zu bauen. Dies gelingt mit dem Aneinanderreihen von Bauteil-Kärtchen, die gekauft und zusammengesetzt werden müssen. Vorteil: Alle Spieler müssen ständig miteinander interagieren. Nachteil: Der aufwändige Aufbau des Spiels.
Einstiegsalter: ab 9 Jahren, Spielerzahl: 2 bis 4, Dauer: 60 Minuten, Autoren: Wolfgang Kramer und Michael Kiesling, Verlag: Ravensburger, Preis: 30 Euro
Die verbotene Insel
Die verbotene Insel bietet eine ungewöhnliche Spielidee: Alle Spieler müssen gemeinsam gegen das Spiel kämpfen. Nur wenn es gelingt, alle Artefakte einzusammeln, bevor die Insel im Meer untergeht, können die Spieler gemeinsam gewinnen. Die zahlreichen Karten, aus denen die Insel besteht, bilden gleichzeitig das Spielbrett. Ein interessantes Spiel, das zum Teamwork animiert und auch bei zahlreichen Durchgängen garantiert nicht langweilig wird. Vorteil: Die liebevoll gestalteten Figuren. Nachteil: Es gibt keinen Einzelgewinner.
Einstiegsalter: ab 10 Jahren, Spielerzahl: 2 bis 4, Dauer: 30 Minuten, Autoren: Matt Leacock, Verlag: Schmidt, Preis: 19 Euro
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