RP Plus: Warum wir das Dschungelcamp gucken
VON SVEN GREST - zuletzt aktualisiert: 06.01.2012 - 17:05Düsseldorf (RPO). Wenn in der nächsten Woche das Dschungelcamp beginnt, werden mehr als zehn Millionen Zuschauer das Schicksal der Promis verfolgen. Warum tun wir uns das an? Dies und mehr in der Ausgabe von RP Plus.
Das Fernseh-Jahr 2012 beginnt direkt mit einem Höhepunkt: Am kommenden Freitag startet die sechste Staffel des Dschungelcamps auf RTL. Bis zu zehn Millionen Menschen werden in den folgenden zwei Wochen das Schicksal von Ex-Fußballstar Ailton, Ex-Stallone-Gattin Brigitte Nielsen und zahlreichen weiteren Ex-Prominenten verfolgen. Wer sich noch nie dabei ertappt hat, beim Zappen an der Urwald-Staffel hängen zu bleiben, mag vielleicht ungläubig darüber staunen, wie man sich an der oft unfreiwilligen Komik gescheiterter TV-Helden ergötzen kann. Alle anderen wissen: Der Dschungel ist Kult. Jenseits aller Scripted-Reality zeigt das Dschungelcamp Leidenschaft und Beziehungsdrama, echte Intrigen und ebenso herzliche Versöhnung. Meine Kollegin Gesa Evers beschreibt im „Dschungel der Schadenfreude“ treffend, warum wir ab Freitag unsere Termine mit Freunden wieder um zwei Wochen verschieben müssen.
Unfreiwillig komisch kann gelegentlich auch die Realität außerhalb des Dschungelcamps sein. 57 Prozent der Deutschen empfinden einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest zufolge das Verhalten von Bundespräsident Christian Wulff als peinlich. Wie glaubwürdig ist ein Präsident, der sich von privaten Freunden Geld leiht und sie anschließend mit auf internationale Geschäftsreisen mitnimmt? Wie sehr schadet er dem höchsten Amt im Staat, wenn er sich einen öffentlichen Showkampf mit der Bild-Zeitung liefert, bei dem es ihm sichtlich immer schwerer fällt, seine Version der Wahrheit zu verteidigen? Unsere Autorin Birgit Marschall beschreibt die Hintergründe der Eigenheim-Affäre und wagt eine Prognose, ob für den Bundespräsidenten der Skandal bereits ausgestanden ist. Eines jedenfalls ist sicher: Finanzielle Sorgen muss sich Christian Wulff nicht mehr machen. Der Bundespräsident erhält auch bei vorzeitigem Rücktritt einen „Ehrensold“ in Höhe der vollen Amtsbezüge.
Geld besitzen sie zwar ebenso wenig wie übermenschliche Kräfte, dennoch sorgen die „Real-Life-Superheroes“ derzeit in den USA für Aufsehen. Fans des Hollywood-Kassenschlagers „Kick Ass“ eifern ihrem Filmhelden nach, indem sie in Fantasie-Kostümen durch die amerikanischen Innenstädte spazieren – stets auf der Suche nach einer Gelegenheit, anderen Menschen zu helfen. Diese Mission kann zuweilen beschwerlich sein. Beispielsweise, wenn man als Superheld ohne Superkräfte eine Schlägerei schlichten will. Oder, wenn man wegen seines Superhelden-Kostüms Spott und Häme ertragen muss. Der Fotojournalist Stefan Finger hat die Real-Life-Superheroes in den USA besucht – und führt damit ein neues Format bei RP Plus ein: die Audio-Slideshow, bei der Fotos mit Text und Musik unterlegt werden. Wir hoffen, dass Ihnen unser neues Format gefällt!
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Sven Grest
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