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Apple-Betriebssystem
iOS 10 - welche Neuerungen für iPhone und iPad kommen

Fotos: Apple iPhone 7 und iPhone 7 Plus
Fotos: Apple iPhone 7 und iPhone 7 Plus FOTO: rtr, MSF
Düsseldorf. Neben iPhone 7 und Apple Watch Nummer 2 hat Tim Cook bei der Apple-Präsentation auch den Starttermin für das neue Betriebssystem iOS10 bekannt gegeben. Seit 13. September wird es weltweit ausgerollt. Was man als iPhone- oder iPad-Besitzer wissen muss. Von Christoph Schroeter

Zunächst einmal das Wichtigste: Alle iPhones unterhalb des 5er-Modells sind raus aus dem Update-Rennen. iPad Besitzer müssen mindestens über ein iPad 4 oder neuer, ein iPad mini 2 oder ein Tablet aus der Air- oder der Pro-Serie verfügen. Auch der iPod touch der sechsten Generation bekommt iOS 10.

Damit schickt Apple das iPhone 4S genauso in den Ruhestand wie auch das iPad 3, also die erste Version des Tablets mit hochauflösendem Retina-Display. Für sie wird es keine neue Systemsoftware mehr geben.

Alle anderen Besitzer von iOS-Geräten dürfen sich also auf den 13. September freuen, dann bekommen sie die neueste Version des mobilen Betriebssystems auf ihre Geräte überspielt.

Apple Watch Series 2 - auspacken und einrichten FOTO: Christoph Schroeter

Die wichtigsten Neuerungen bei iOS 10 haben wir hier zusammengestellt:

  • Der Sperrbildschirm unter iOS 10 geht bereits an, wenn das iPhone nur angehoben wird. Alle neuen Benachrichtigungen werden dann sofort sichtbar. Wischt man eine Benachrichtigung nach links, werden die Optionen "Anzeigen" und "löschen" sichtbar. Bei Geräten mit 3D-Touch funktioniert das durch einen festen Druck auf die Benachrichtigung.
  • Vereinfacht wurde auch der Kamerastart vom Sperrbildschirm aus. Einfach nach links wischen, schon kann fotografiert werden.
  • Mit iOS 10 kommen mehr als 100 neugestaltete Emojis auf iPhone & Co. Nutzer können dann erstmals geschlechtsspezifische Emojis auswählen. Besonders die bislang nur in der männlichen Version verfügbaren Sportler oder Arbeiteremojis gibt es künftig auch in weiblicher Ausführung. 
Apple iPhone 7 Plus - auspacken und einrichten FOTO: Christoph Schroeter
  • Die gute Siri hat auch unter iOS 10 noch so ihre Probleme (zumindest in der iOS-10-Betaversion). An Google Now kommt sie nach wie vor nicht heran. Künftig könnte man sich in weiteren Apps darüber ärgern/amüsieren, denn Apple öffnet Siri auch für externe App-Entwickler.
  • Die laut Apple am häufigste verwende iOS-App "Nachrichten" bekommt Animationen wie Ballone, schlagende Herzen, Konfetti oder Feuerwerke, die den kompletten Bildschirm einnehmen können. Medien wie Videos können künftig direkt in der App abgespielt werden. Gerüchte über eine Android-Version der "Nachrichten"-App haben sich bislang nicht bestätigt.
  • Die "Karten"-App bekommt ein neues Design. Außerdem werden Apps wie OpenTable direkt in "Karten" integriert, ebenso Dienste wie Uber und Lyft. Nutzer können also Tische reservieren oder Fahrten buchen, ohne die App verlassen zu müssen. "Karten" scannt künftig Termine im Kalender oder wertet Routinen des Nutzers aus und liefert automatisch Wegbeschreibungen zu Zielen, die man wahrscheinlich als nächstes ansteuern wird.
  • Neu unter iOS 10 ist die App "Home". Damit sollen sich zentral in einem Smart Home alle angeschlossenen Geräte steuern lassen - auch per Siri-Sprachbefehle.
Apple AirPods - das können die kabellosen Ohrhörer FOTO: afp
  • Die "Fotos"-App hilft künftig, vielleicht schon vergessene Ereignisse wiederzuentdecken. Unter dem Punkt "Andenken" werden Alben zu bestimmt Ereignissen erstellt, das können einzelne Tage sein, "Das beste des Jahres" oder "Das beste der letzten 3 Monate". In einem Album findet sich immer auch ein kurzes, mit Musik unterlegtes Filmchen. Als Nutzer von Google Fotos kommt einem das bekannt vor. Schlecht ist das Feature deshalb natürlich nicht.
  • Die Option "Schlafenszeit" in der Uhr-App ermöglicht das Einstellen regelmäßiger Schlafzeiten. Man wird dann daran erinnert, ins Bett zu gehen. Ob der Apple-Teil der Menschheit dadurch ausgeschlafener sein wird?
  •  iMessage, FaceTime und HomeKit nutzen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, um die Daten des Nutzers zu schützen und sie für Apple und andere unlesbar zu machen.
  • iOS 10 wird die Verfolgung einzelner Smartphones und Tablets zu Werbezwecken und zur Profilbildung (Ad-Tracking) erschweren. Wählen Nutzer künftig in den Einstellungen aus, dass sie kein Ad-Tracking wünschen, überträgt das Gerät statt einer eindeutigen Identifikation (Ad-ID) nur noch Nullen. 
  • iOS 10 versperrt außerdem noch einen weiteren Weg, Telefone eindeutig zu identifizieren. Werbenetzwerke können künftig nicht mehr unbemerkt auf die Musikbibliothek eines Nutzers zugreifen. Die auf jedem Telefon unterschiedliche Musiksammlung macht es bislang ebenfalls möglich, ein Smartphone innerhalb verschiedener Apps oder Online-Dienste eindeutig zu erkennen.
Apple iPhone - Bilder aller Modelle FOTO: dpa, John G. Mabanglo
  • Apple selbst will  jedoch mehr Nutzungsdaten erheben als bisher. Dazu gehören unter anderem Worteingaben ins Systemtelefonbuch, genutzte Emojis oder in Apps genutzte Links. Durch die anonym erhobenen Daten sollen einige neue Funktionen von iOS 10 verbessert werden. Nutzer müssen dem jedoch ausdrücklich zustimmen.
  • Zwischenzeitlich hieß es, ungenutzte Apple-Apps könnten vom iPhone gelöscht werden, um Speicher freizugeben. Apple hat mittlerweile klargestellt, die System-Apps können nur entfernt, also deaktiviert werden. Auf dem Gerät verbleiben sie aber.

Apple wird die finale Version von iOS 10 ab 13. September an seine Nutzer verteilen. Entweder wartet man ab, bis sich iPhone/iPad/iPod Touch von selbst melden oder aber man führt unter "Einstellungen"--"Allgemein"--"Softwareaktualisierungen" manuell einen Check durch.

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