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Brennstoffzelle als Akku
Bekommt das iPhone bald einen Auspuff?

London. Besonders Nutzer des iPhones klagen immer wieder über die geringe Akkulaufzeit ihres Smartphones. Forscher entwickeln daher jetzt Brennstoffzellen für Smartphones. Doch es gibt einen Haken. Das Handy braucht einen Auspuff.

Im Büro, am Flughafen, in der Bahn - oft sieht man Menschen, die abwechselnd auf ihr Smartphone blicken und nach einer Steckdose Ausschau halten: Akku schwach. Früher, als die Geräte noch nicht permanent im Hintergrund mit dem Internet verbunden waren, hielten Akkus tagelang. Heute, im Zeitalter der Smartphones, oft nicht mal mehr 24 Stunden. Forscher wollen das ändern.

Die britische Firma Intelligence Energy hat nach eigenen Angaben eine Brennstoffzellen-Batterie für Smartphones entwickelt, die mit einer Ladung eine ganze Woche lang laufen soll. Journalisten der Zeitung "The Telegraph" bekamen ein umgebautes iPhone 6 vorgeführt, bei dem die Brennstoffzelle zusätzlich zum klassischen Akku im Gehäuse untergebracht wurde.

Die Firma könne sich vorstellen, dass in Zukunft austauschbare Kartuschen zum Auffüllen der Brennstoffzelle vertrieben werden. Die wären jedoch deutlich teurer als das Laden an der Steckdose: Eine Ladung eines Pulvers, das Wasserstoff freisetzen kann, solle so viel wie ein Latte Macchiato kosten - also wenige Euro. Aktuell kostet eine Patronenfüllung angeblich rund sechs britische Pfund. Die Technik selbst müssten die Handyhersteller von vornherein in ihre Geräte einbauen. Bei dem Prototypen nutze Intelligent Energy die Öffnung der Kopfhörer-Buchse zum Nachtanken, schrieb der "Telegraph".

Bei der Brennstoffzellen-Technik entsteht elektrische Energie in einer chemischen Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff, dabei fällt Wasserdampf ab. Das Smartphone braucht deswegen zusätzliche Schlitze - es sollen aber nur kaum wahrnehmbare Mengen austreten.

Von der Fahrzeugindustrie wird der Einsatz der Brennstoffzelle zum Beispiel in Bussen und Prototypen getestet. Intelligent Energy entwickelt auch Fahrzeugantriebe. Bisher wurden schon einige externe Brennstoffzellen-Akkus vorgestellt, es wurde aber noch kein Anbieter bekannt, der sie in die schmalen Gehäuse moderner Smartphones hineinschrumpfen konnte.

(dpa)
 
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