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Matti Makkonen
Erfinder der SMS gestorben

Matti Makkonen: Erfinder der SMS gestorben
Die SMS ist 1984 erfunden worden. Noch heute beherrscht das Konzept Kurznachricht unseren digitalen Alltag. FOTO: SP-X
Düsseldorf. Er gilt als der Erfinder der SMS. Jetzt ist der Finne Matti Makkonen ist im Alter von 63 Jahren gestorben. Die Idee zur SMS kam ihm bei Pizza und Bier. Die Erfindung prägt unseren Alltag noch heute.

Der in Finnland geborene Techniker Matti Makkonen ist Ende Juni  im Alter von 63 Jahren an einer Krankheit gestorben. Er gehörte zu der Gruppe von Experten, die 1984 auf einer Konferenz zur Standardisierung des Groupe Special Mobile (GSM), die Idee des Short Message Services hatten. Makkonen, auch als "Vater der SMS" bekannt, erzählte in einem Interview mit der taz von 2008: "Die Idee ist uns in einer Pizzeria bei einem dänischen Bier gekommen".

Bei einem Telefonnetzbetreiber angestellt, war es seine Hauptaufgabe, das Gesamtsytem des GSM zu einem Angebot zu entwickeln, das von der Bevölkerung angenommen wird. Da nur ein Teil der Kapazität gebraucht wurde, um über das GSM Verbindungen zu steuern, kam ihm die Idee Textnachrichten über den verbliebenden Kanal zu senden.

Zu diesem Zeitpunkt konnten nur Funkmeldeempfänger Textnachrichten empfangen. Das Senden über die Geräte war sehr aufwendig. Wer eine Nachricht verschicken wollte, musste einen Operator anrufen und ihm den Text diktieren, der ihn mit einer speziellen Technik verschickte. Das war nicht nur kompliziert, sondern auch teuer und bot keine Privatsphäre.  Also entwickelte Makkonen  eine Technik, mit der die Pager-Dienste in das Angebot der GSM integriert werden konnten.

Makkonen und seine Leute sahen ihre Aufgabe als Dienst an die Öffentlichkeit und kamen nicht auf die Idee ihre Erfindung patentieren zu lassen. "Das war damals so üblich. Jeder durfte jede Idee kopieren und verändern. Außerdem wollten wir die Telekommunikation weltweit verändern", sagte Makkonen im Interview von 2008.

Ursprünglich war die SMS für Geschäftsleute gedacht, die sich so kurz mit ihren Kollegen austauschen können und sich schnell Informationen beschaffen können. Niemand hat damit gerechnet, dass die SMS einmal die ganze Welt erobern wird.

Die Erfindung der SMS hat auch die heutige mobile Kommunikation beeinflusst: Die Beschränkung von Twitter  auf 140 Zeichen resultiert zum Beispiel aus den 160 Zeichen der SMS (20 Zeichen wurden bei Twitter für den Steuerkanal abgezogen). Das Prinzip Kurznachricht prägt auch Apples iMessage, den Facebook Messenger oder WhatsApp. Diese Angebote sind aus dem Leben der meisten Menschen nicht mehr wegzudenken.

(RPO, dafi, Leon Hofacker)
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