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Apple zeigt neue Modelle
Das iPhone 8 - Riesen-Display, Riesen-Preis

Apple iPhone - Bilder aller Modelle
Apple iPhone - Bilder aller Modelle FOTO: dpa, John G. Mabanglo
Cupertino . Mit dem iPhone 8 muss Apple etwas Großes abliefern. Nachdem sich die letzten drei Modelle nur wenig unterschieden haben, wird zum zehnjährigen Jubiläum des iPhones ein komplett überarbeitetes Spitzenmodell erwartet - und noch zwei weitere.

Gut zehn Jahre nach dem Start der ersten iPhone-Generation wird von Apple wieder ein großer Wurf erwartet. Am kommenden Dienstag soll laut Medienberichten ein Super-iPhone vorgestellt werden - mit einem Bildschirm, der praktisch die gesamte Frontseite ausfüllt und Gesichtserkennung statt der gewohnten Entsperrung per Fingerabdruck.

Und die Neuerungen sollen ihren Preis haben: Es wird über einen Startpreis bei 1000 Dollar spekuliert, woraus bei den üblichen Apple-Preisen in der Top-Konfiguration locker noch 200 Dollar mehr werden können.

Die Börsianer sind jedoch überzeugt, dass der höhere Preis Apple-Kunden nicht abschrecken wird und treiben die Aktie des bereits wertvollsten Unternehmens der Welt (über 830 Milliarden Dollar) seit Wochen fast täglich auf Rekordstände hoch. Seit Jahresbeginn stieg der Kurs um rund 40 Prozent.

Apple iPhone 7 Plus - auspacken und einrichten FOTO: Christoph Schroeter

Vermutlich kommen drei neue iPhones

Das Aussehen der iPhones war seit Herbst 2014 weitgehend unverändert geblieben, obwohl jährlich das Innenleben und die Software erneuert wurden. Die Erwartung ist, dass ein aufsehenerregendes neues Modell die Verkäufe in Schwung bringen kann - viele Nutzer hätten ihre aktuell genutzten iPhones länger behalten als zuvor.

Dabei rätseln Analysten und Reporter noch darüber, wie viele Geräte Apple zum Start - wahrscheinlich noch im September - auf den Markt bringen kann. Vermutlich werden es drei iPhone-Modelle sein: Die beiden Varianten eines wahrscheinlichen iPhone 7S, das die aktuelle Form beibehält, dürften kein Problem sein.

Beim brandneuen Modell (vermutlich mit dem Namen iPhone 8 oder iPhone X) rechnen zum Beispiel die Analysten von Citi Research aber damit, dass es erst im Oktober oder November in größeren Mengen verfügbar sein wird.

Apple Watch Series 2 - auspacken und einrichten FOTO: Christoph Schroeter

Grund für die Verzögerung seien vor allem Probleme bei der Produktion der kontrastreicheren OLED-Displays, die das iPhone erstmals statt der üblichen LCD-Bildschirme bekommen werde. Das "Wall Street Journal" berichtete in der Nacht zum Freitag, die Schwierigkeiten hätten den Produktions-Fahrplan im Sommer um einen Monat zurückgeworfen.

Das Riesen-Display machte Probleme

Auslöser für die Probleme soll letztlich die Bildschirmgröße sein. Mit dem neuen flächendeckenden Design soll es zwar möglich sein, ein Display mit 5,8 Zoll Diagonale - mehr als bei den aktuellen Plus-Modellen - in ein Gehäuse zu packen, das nur leicht größer als beim Standard-iPhone ist.

Doch der Verzicht auf einen Rahmen ober- und unterhalb des Bildschirms wirft Fragen auf: Was macht man mit dem Lautsprecher, der Selfie-Kamera und dem traditionellen runden Home-Button, den bisher alle iPhones hatten? Nach bisherigen Informationen finden Kamera und Lautsprecher in einer Aussparung am oberen Rand des Displays ihren Platz. Und ein virtueller Home-Knopf soll im Bildschirm selbst platziert werden.

Fotos: Apple iPhone 6S und iPhone 6S Plus im Praxistest FOTO: dpa, tsn

Bleibt noch die Frage, was mit dem Fingerabdruck-Scanner passiert, der seit dem iPhone 5s von 2013 im Home-Button integriert ist. Er hat sich zu einem zentralen Element von Apples Sicherheits-Strategie entwickelt: Durch Auflegen des Fingers kann man nicht nur das iPhone oder eine Apple Watch entsperren, sondern auch Zahlungen über das Bezahlsystem Apple Pay freigeben - statt einer PIN-Eingabe.

Außerdem nutzen Banking-Apps und andere sensible Programme die "Touch ID". Apple betonte stets selbst, dass biometrische Identifikation alles viel sicherer mache als Passcodes - und damit ist der Fingerabdrucksensor eigentlich unverzichtbar.

Gesichtserkennung statt Fingerabdrucksensor 

Samsung verlegte bei seinem Galaxy-Smartphone mit großem Bildschirm den Fingerabdruck-Scanner kurzerhand auf die Rückseite. Das stieß aber auch auf Kritik, weil die Anwender beim Entsperren des Smartphones immer wieder versehentlich die Kameralinse neben dem Fingerabdrucksensor verschmierten.

Im Test: Was iPhone 5s und iPhone 5c wirklich leisten FOTO: ap, Mark Lennihan

Apple soll laut Medienberichten zunächst versucht haben, den Sensor direkt ins Display einzubetten. Das habe sich jedoch als zu große Herausforderung erwiesen und der Plan sei wieder aufgegeben worden.

Jetzt soll sich das neue iPhone per Gesichtserkennung entsperren lassen - und Branchenbeobachter sind gespannt, wie Apple diese Technologie gemeistert hat. Schließlich musste Erzrivale Samsung hämische Kommentare einstecken, nachdem Journalisten demonstriert hatten, wie leicht das Gesichtserkennungssystem mit Fotos oder Videos ausgetrickst werden kann.

Bei Apple setzt Gerüchten zufolge eine weitere Kamera zur Tiefen-Messung oder ein Infrarot-Sensor ein, damit das System nicht so leicht ausgetrickst werden kann. Auf jeden Fall muss die Gesichtserkennung mindestens genauso schnell und ähnlich sicher funktionieren wie der bisherige Touch-ID-Scanner.

Appel Watch 3 wird erwartet

Das neue Display soll auch ein Grund für den höheren Preis beim neuen iPhone sein. Der renommierte Branchenanalyst Ming-Chi Kuo von KGI Securities schätzt, dass Apple 45 bis 55 Dollar für einen LCD-Bildschirm in den aktuellen iPhones ausgibt. Für die neuen komplexeren OLED-Displays verlange Hersteller Samsung aber bis zu 130 Dollar.

Apple präsentiert das iPhone 5 FOTO: dapd, Eric Risberg

Zugleich sieht der gut vernetzte Apple-Kenner John Gruber, der schon vor Monaten einen Preis-Rahmen von bis zu 1500 Dollar ein ein Spitzenmodell ins Gespräch brachte, darin auch einen Befreiungsschlag für Apple. Der Konzern könne neuere Technologien verwenden, wenn er nicht Dutzende Millionen Geräte fürs Weihnachtsgeschäft verfügbar machen müsse.

Als weitere Neuheiten erwartet werden die dritte Generation der Apple Watch, die erstmals mit einem Mobilfunk-Anschluss unabhängiger vom iPhone werden soll, sowie ein neues Modell der Fernsehbox Apple TV mit 4K-Auflösung.

Mit dem Event wird zudem das "Steve Jobs Theater" am gerade fertiggestellten riesigen neuen Hauptquartier eingeweiht. In diesen Wochen beziehen über 12.000 Apple-Mitarbeiter das riesige ringförmige Gebäude im neuen Apple Park.

(csr/dpa)
 
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