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Ankündigung von Apple-Chef Cook
iPhone-Besitzer können Drosselung abschalten

iPhone-Besitzer können Drosselung abschalten, erklärt Apple-Chef Tim Cook
Ein iPhone 7. FOTO: afp
Düsseldorf. Apple hat sich mit der Drosselung von batterieschwachen iPhones eine Menge Ärger eingehandelt. Jetzt zieht man in Cupertino die Reißleine und bietet Nutzern schon bald die Möglichkeit an, die Drosselung selbst abzuschalten. Von Christoph Schroeter

Eigentlich - so beteuert Apple seit Bekanntwerden der Verlangsamung von alten iPhone-Modellen - habe man es ja nur gut gemeint. Die Smartphones laufen Gefahr abzustürzen oder sich abzuschalten, wenn der Prozessor zu viel Leistung fordert, die der Akku aber nicht mehr liefern kann. Um das zu verhindern, hatte man sich einen technischen Kniff ausgedacht.

Dabei wird die Leistung des Haupt-Chips in älteren iPhones etwas heruntergefahren, was zur Folge hat, dass beispielsweise einige Apps langsamer starten. Weil Apple seine Kunden über diese Maßnahme monatelang im Unklaren ließ, bekam der Konzern eine Menge Kritik zu hören.

iPhone 8 (Plus) im Test - die Evolution des Vorgängers FOTO: Christoph Schroeter

Jetzt hat Apple-Chef Tim Cook in einem Interview des US-Senders ABC erklärt, dass betroffene iPhone-Besitzer künftig selbst entscheiden können, ob ihr Gerät gedrosselt wird oder nicht.

 "Wir empfehlen das nicht, weil das zu plötzlichen Neustarts der Geräte führen kann", schränkte Cook ein. Man sei bei der Einführung der Funktion darauf fokussiert gewesen, die reibungslose Nutzung der Geräte auch mit geschwächten Batterien zu ermöglichen. Aber "wenn Sie es nicht möchten, können Sie es abschalten."

Verbraucherklagen gegen Apple 

Bisher hatte Apple lediglich angekündigt, dass in einer künftigen iOS-Version ein Tool mehr Informationen zur Gesundheit der Batterie liefern soll. Außerdem wurde der den Preis für den Austausch der iPhone-Batterien in Europa von 89 auf 29 Euro gesenkt. Die Aktion läuft bis Dezember 2018.

iPhone X - sehr gut und sehr teuer FOTO: Christoph Schroeter

Eine Beta-Version des iOS-Updates soll für Entwickler bereits im Februar erscheinen, der Roll-Out für "normale" User dann etwas später.

In den USA und anderen Ländern wurden Verbraucherklagen gegen Apple eingereicht. Die Kläger argumentieren, sie seien durch die Funktion zum Kauf neuer Telefone verleitet worden.

Gadgets - diese Technik-Neuheiten will man haben FOTO: XLayer

Cook hielt im Interview dagegen, Apple habe seinerzeit zwar die Funktion erklärt, aber das sei wenig beachtet worden und "vielleicht hätten wir klarer sein sollen". Er entschuldigte sich dafür und bestritt aber zum wiederholten Male, dass Apple eine andere Motivation außer "dem Erlebnis der Nutzer" gehabt habe.

 
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