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MWC 2016 in Barcelona
Samsung setzt auf neues Flaggschiff

Samsung Galaxy S7 und S7 Edge: Das sind die neuen Flaggschiffe
Barcelona. Am Vorabend der Mobilfunkmesse Barcelona stellten die Hersteller Neuheiten vor: Huawei präsentiert ein Tablet als vollwertigen PC-Ersatz. Weltmarktführer Samsung zeigt das S 7, das dauerhaft Nachrichten anzeigt. Von Reinhard Kowalewsky

Bereits am Tag vor dem offiziellen Start des "Mobile World Congress" präsentierten einige Hersteller ihre neuen Handys. Chinesische Discount-Marken wie Xiaomi zeigen Geräte für Einsteiger zwischen 30 und 40 Euro, wogegen sich Huawei und LG mit anspruchsvollen Geräten profilieren. Star des Abends aber war Samsung.

Samsung S7, der Dauerleuchter Am meisten Aufmerksamkeit fand das Samsung Galaxy S7. Dabei profitieren die Kunden davon, dass Samsung nicht nur die meisten Smartphones in der Welt verkauft und einen Marktanteil von 22 Prozent hat, sondern auch einer der führenden Displaybauer ist: Das neue Gerät zeigt auf dem Bildschirm kontinuierlich Uhrzeit und eingehende Nachrichten an, ohne dass dies nennenswert Strom kostet. Zudem wurden die Kamera- und Akku-Funktion verbessert. So verwendet Samsung nun einen Fotosensor, der schnelleres Scharfstellen ermöglicht. Der Unterschied zu Apple-Geräten ist nur noch minimal. Zumal alles schneller wird: Laut Firmenangaben soll der neue Prozessor bis zu 30 Prozent mehr Leistung bringen als das alte Modell.

Und Samsung liefert das S7 und das S7 Edge mit einer App namens "Game Tool" aus. Über sie kann man einstellen, dass man während des Spielens nicht durch Nachrichten gestört werden will. Beide Geräte sollen wasserdicht sein. Nach Protesten der Samsung-Gemeinde macht es der Hersteller auch wieder möglich, den Speicher durch das Einstecken von Zusatzkarten zu erweitern.

Fotos: Neues aus der Smartphone-Welt FOTO: ap

LG-Smartphone als Allrounder Der koreanische Hersteller LG will sein neues Smartphone G5 mit einer Reihe von Zusätzgeräten zu einem Allrounder machen. So wird das Handy mit "LG 360 Cam" zu einer Kamera für Panorama-Ansichten. Für bessere Aufnahmen gibt es das einschiebbare Kamera-Modul "Cam Plus". Und das mit Bang & Olufsen entwickelte "LG Hifi Plus" soll das Smartphone zu einer Audio-Anlage machen. Mit einem "Smart Controller" können Nutzer Drohnenflüge steuern und die Bilder auf dem Display des eingesteckten Smartphones verfolgen. Die Batterie kann man austauschen: Das Fach lässt sich herausziehen, und der Akku wird durch einen vollgeladenen ersetzt. Eine kurze Akkulaufzeit war bislang eine Hauptschwäche fast aller Smartphones.

Huawei-Tablet als PC-Ersatz Huawei will mit einem Windows-Tablet den PC-Markt aufmischen. Das vorgestellte MateBook hat einen Doppelkern-Prozessor von Intel und soll mit einer Ansteck-Tastatur ein Notebook ersetzen können. Die Nummer drei der Smartphone-Branche folgt damit beim Einstieg ins PC-Geschäft dem Vorbild von Microsoft und Apple, die mit dem Surface Book und dem iPad Pro auf eine ähnliche Geräteklasse setzen.

Sinkende Preise Gut für Verbraucher, problematisch für die Branche ist der extreme Preisverfall. Nur Apple schafft es, sich dagegen zu wehren. Der US-Konzern verkauft zwar global nur rund 19 Prozent aller Smartphones, fährt aber mit Preisen von im Schnitt 630 Euro für ein iPhone mehr als 60 Prozent des Branchengewinnes ein.

Doch je günstiger die Geräte werden, umso mehr Menschen erwerben eines: Im Jahr 2021, so die Prognose von Ericsson, werden 6,4 Milliarden Smartphones weltweit genutzt. Das Smartphone wird in vielen Ländern mit Abstand der wichtigste Zugang ins Internet, zumal das Legen von stationären neuen Netzen viel teurer ist als das Aufstellen von Mobilfunkmasten.

Wohin die Reise in den Industrieländern geht, zeigen derweil Vodafone und Ford: Vodafone stellt ein breites Bündnis mit Ericsson, Nokia oder auch dem Halbleiterbauer Intel vor, das die nächste Mobilfunkgeneration "5 G" zum Start im Jahr 2020 vorbereiten soll.

Ford wiederum führt mit dem Sync-3-System Smartphone und Elektronik im Auto eng zusammen. Für die Suche nach Cafés, Tankstellen oder Parkplätzen müssen Autofahrer nur noch einen Knopf drücken und eine Frage stellen. Dann führt das Smartphone den Fahrer zum Ziel.

Wie wichtig die Branche ist, zeigt eine Studie von Ericsson: Im Jahr 2015 lag die Zahl der Mobilfunkanschlüsse bei 7,3 Milliarden, rein rechnerisch hat jeder Mensch ein Gerät. Weltweit nutzen 3,4 Milliarden Menschen ein Smartphone. Tendenz steigend.

Quelle: RP
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