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Patent von Apple
Rettung vor der Autokorrektur

Patent von Apple: Rettung vor der Autokorrektur am Smartphone
Der Autokorrektur sei "Dank": Schnell wird die gewünschte Alufolie zur Alufelge. FOTO: Christoph Schroeter
Düsseldorf. Die Autokorrektur am Smartphone ist Segen und Fluch zugleich. Viele Tippfehler hat sie erfolgreich korrigiert. Doch manchmal entwickelt sie scheinbar ein Eigenleben und schreibt Dinge, die falsch, peinlich oder sogar richtig schlimm sind. Dagegen hat Apple nun ein Patent angemeldet. Von Christoph Schroeter

Wer kennt das nicht: Man schreibt auf der viel zu kleinen Smartphone-Tastatur eine Nachricht. Die Wahrscheinlichkeit, bei den den Mini-Tasten daneben zu tippen, ist erheblich.

Weil sie die Tastaturen nicht größer machen können, haben sich schlaue Köpfe bei den Smartphone-Herstellern die Autokorrektur einfallen lassen. Die sorgt dafür, dass aus einem "wagscheinlich" ein "wahrscheinlich" wird und aus "Sonnenscgrien" ein "Sonnenschein".

In den meisten Fällen klappt das auch zufriedenstellend. Hin und wieder schlägt die Autokorrektur jedoch über die Strenge. Da hat dann jemand statt der "Sim-Karte", die "Siamkatze zerschnitten", "Lust auf Bürgerkrieg" statt auf "Burger King", besorgt im Supermarkt "Rudolf und Creme Frauchen" statt "Ruccola und Creme Fraiche".

Gadgets - diese Technik-Neuheiten will man haben FOTO: dpa, neb crk

Apple-Patent soll helfen

Die Bitte, doch noch "Alufolie und Hundefutter" mitzubringen wird schnell zu "Alufelgen und Hundehütte" und damit unverständlich. Auch die Freude der frischgebackenen Eltern, dass "der kleine Maxi um 3.42 Uhr" zur Welt gekommen ist, bekommt einen ziemlichen Dämpfer, wenn "der kleine Maxi" zu "der kleine Nazi" wird.

Um solche Pannen künftig zumindest abzumildern, hat Apple sich ein Verfahren ausgedacht und zum Patent angemeldet. Damit soll der Empfänger der Nachricht alle Wörter unterstrichen angezeigt bekommen, welche auf dem Handy des Absenders automatisch korrigiert wurden.

Fotos: Neues aus der Smartphone-Welt FOTO: HTC

Tippt man darauf, bekommt der Empfänger einige Alternativvorschläge angezeigt. Um den Absender nicht zu blamieren, wird das ursprünglich eingetippte Wort aber nicht gezeigt. Das führt im Idealfall dazu, dass der Empfänger versteht, was man ihm mitteilen möchte. Nachfragen könnte man sich sparen.

Der Absender wird nicht blamiert

Das rettet einen zwar noch nicht davor, dümmlich wirkende Nachrichten zu verschicken, aber immerhin hat der Empfänger damit die Möglichkeit zu verstehen, was man sagen möchte.

Ein ähnliches System verwendet Apple bereits, wenn der User den Text nicht tippt, sondern einspricht. Ist sich iOS bei einzelnen Wörtern nicht sicher, werden diese blau unterstrichen und ein Tippen darauf zeigt mögliche Alternativen. Die sieht in diesem Fall natürlich der Verfasser, nicht der Empfänger der Nachricht.

Noch ist unklar, ob das System wie im Patent beschrieben auch tatsächlich seinen Weg auf iPhone und iPad findet. Am 10. Juni startet die Apple-Entwicklerkonferenz WWDC, dann wird man vielleicht mehr erfahren.

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