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Neue Smartphones präsentiert
Samsung Galaxy S8 - mit Riesen-Displays und Bixby aus der Krise

Samsung Galaxy S8 - das ist das neue Flaggschiff
Samsung Galaxy S8 - das ist das neue Flaggschiff FOTO: dpa, lof
Düsseldorf. Samsung hat seine neuen Smartphone-Flaggschiffe Galaxy S8 und Galaxy S8 Plus offiziell vorgestellt. Die Geräte glänzen mit riesigen Displays und dem Sprachassistenten Bixby. Sie sollen den Konzern aus der Krise führen. Von Christoph Schroeter

Die beiden Geräte sehen schon beeindruckend aus. Die riesigen Displays nehmen fast die gesamte Vorderseite des Galaxy S8 und seines noch größeren Bruders Galaxy S8 Plus ein. Rechts und links läuft der Bildschirm um die Seiten herum, so wie man das bisher von den teureren Edge-Modellen kannte. Jetzt ist Edge normal.

Oben und unten ist nur noch ein minimaler Rand übrig, gerade breit genug, um die Kamera und den Lautsprecher des Hörers unterzubringen. Infinity Display nennt Samsung den neuen Bildschirm. Die maximale Platzausnutzung führt auch dazu, dass die Geräte nur unwesentlich größer sind als ihre Vorgänger, aber mit Displaygrößen von 5,8 Zoll und 6,2 Zoll protzen können (gegenüber 5,1 und 5,5 Zoll bei den S7-Modellen).

Neu ist auch das Format der Displays. Nicht mehr klassisch 16:9 messen die Anzeigen, sondern 18,5:9, das Display ist also in die Länge gezogen. Mit einem ähnlichen Format,18:9, wurde beim MWC in Barcelona das LG G6 vorgestellt.

Die neuen Smartphone-Modelle 2017 FOTO: dpa, tsn sir

Der erste digitale Smartphone-Sprachassistent von Samsung - Bixby genannt - soll Apples Siri, den Google Assistant sowie Amazons Alexa ausstechen. Mit Bixby lassen sich nicht nur die Galaxy-Funktionen sowie Apps bedienen.

Der Assistent ist den Angaben zufolge auch in hohem Maße proaktiv. So macht er Nutzer aufgrund der Geolokalisierungsdaten alle möglichen Vorschläge für seine Aktivitäten, sobald dieser das Haus verlässt. Auch schlägt Bixby dem Verbraucher Produkte zum Kauf vor, nachdem dieser bestimmte Objekte in Geschäften oder auf der Straße fotografiert hat.

Wohin ist denn der Fingerabdrucksensor gerutscht?

Folge des Display-Wahns auf der Vorderseite: Der mechanische Homebutton ist verschwunden, befindet sich nun wie bei vielen Konkurrenzmodellen im Display und der Fingerabdrucksensor ist auf die Rückseite gewandert. Dabei hat Samsung allerdings nicht ganz zu Ende gedacht. Der Sensor für die Fingerspitze liegt nicht nur sehr weit oben auf der Rückseite (schwer zu erreichen), sondern er wurde auch direkt neben der Kamera platziert. Bei der Suche danach dürfte der Finger somit oft auf der Linse landen und diese verschmieren.

Einigermaßen neu ist die Möglichkeit, das Galaxy S8 per Irisscan zu entsperren, auch eine Gesichtserkennung wurde eingebaut. Den Irisscan gab es bereist im verunglückten Note 7. Man habe die Technik aber weiter verfeinert, heißt es bei Samsung. Ob das Feature wirklich Sinn ergibt, bleibt abzuwarten. An die Schnelligkeit eines guten Fingerabdrucksensors dürfte die Technik jedenfalls nicht herankommen.

Bei der Hauptkamera hat Samsung offenbar nicht auf die Entwicklungsabteilung zurück-, sondern ins Regal gegriffen. Die Daten sind jedenfalls identisch zu der im S7 verbauten Knipse: 12 MP Auflösung, Blendenzahl F1.7. Schlecht ist die Kamera nicht, aber auch nicht neu. Ob da etwa Huawei mit der Leica-Dualkamera im neuen P10 nicht die Nase vorn hat? Das werden Tests zeigen.

Neu ist immerhin die Frontkamera. Die löst nun mit 8 MP auf, nicht mehr mit 5 MP wie im S7. Außerdem wurde ihr ein Smart Autofokus verpasst. Was der bringt, werden ebenfalls Tests zeigen müssen.

Ganz spannend ist das bei Samsung neue Feature, das Smartphone per Dock mit einem Monitor und einer Tastatur zu koppeln, und das Gerät dann quasi als PC zu nutzen. DeX nennt Samsung die Funktion, die es bereits bei Windows Phone für einige höherwertige Lumia-Smartphones gab.

Gadgets - diese Technik-Neuheiten will man haben FOTO: dpa, av tsn

Interner Speicher verdoppelt

Während Käufer in bestimmten Regionen der Welt ein Galaxy S8 mit Qualcomms neuesten Snapdragon-835-Prozessor erwerben werden, bekommt die europäische Variante wie gehabt einen Samsung-eigenen Exynos-Prozessor verbaut. Das muss nicht schlechter sein, erste Performancetests legen nahe, dass der vielleicht noch einen Hauch schneller ist als die Konkurrenz.

Bei der Größe des Arbeitsspeichers bleibt Samsung bei vier Gigabyte, verdoppelt aber immerhin den internen Speicher auf 64 GB. Diese kann per Speicherkarte um bis zu 256 GB erweitert werden.

Fotos: Samsung Galaxy S7 Edge vs. Galaxy S7? FOTO: Christoph Schroeter

Heikel ist bei Samsung seit dem Note 7 das Thema Akku. Hier wagt man wohl vorerst keine Experimente mehr. Dem S8 steht ein Stromspender mit 3000 mAh zur Verfügung, dem größeren S8 Plus mit 3500 mAh. Wie weit man damit kommt, kann man jetzt natürlich noch nicht sagen. Erfreulich: Beide Geräte verfügen über eine Schnellladefunktion auch für kabelloses Laden und haben endlich auch einen USB-C-Anschluss.

Die Preise für die neuen Smartphones sind nicht niedrig, das S8 kostet 799 Euro, das S8 Plus 899 Euro. Doch verglichen mit der Konkurrenz von Google Pixel (XL) und iPhone 7 (Plus), die bis über 1000 Euro kosten, sind sie schon fast moderat. Vielleicht auch eine Folge des Note-7-Debakels.

Samsung legt beiden Smartphones Ohrhörer der erst kürzlich im Zuge des Harman-Deals erworbenen, österreichischen Kopfhörerschmiede AKG bei. Und diese können, Achtung, über eine ganz normale Kopfhörerbuchse mit dem Galaxy S8 verbunden werden.

 
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