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Galaxy Note 7
Samsung-Gewinn bricht wegen Smartphone-Chaos ein

Seoul. Der Gewinn dürfte um 30 Prozent niedriger als im Vorjahr liegen. Spekulationen über Rücktritte machen die Runde. Können die Probleme mit dem Galaxy Note 7 Samsung zum Verhängnis werden?

Einen Tag nach dem Produktions-Stopp für das Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 schweigt die Führungsriege bei Samsung. Hochrangige Manager seien am Mittwoch nach ihrem wöchentlichen Treffen in Seoul den Fragen der Reporter ausgewichen, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Shin Jong Kyun und Koh Dong Jin, die für das Note 7 verantwortlich seien, schienen gar nicht dabei gewesen zu sein. Schon wird in Südkorea spekuliert, ob Manager beim Smartphone-Weltmarktführer zurücktreten müssen.

Für den Konzern geht es längst nicht mehr nur um ein paar defekte Smartphones, es geht um den Ruf des Unternehmens - und um viel Geld.

Das Desaster mit Bränden beim Smartphone-Flaggschiff verhagelt Samsung das dritte Quartal. Der südkoreanische Konzern teilte mit, beim operativen Gewinn im Zeitraum Juli bis September sei mit umgerechnet knapp 2,1 Milliarden Euro weniger zu rechnen. Damit dürfte das Ergebnis des Smartphone-Weltmarktführers zum Vorjahr um 30 Prozent einbrechen. Samsung geht zudem von weniger Umsatz aus. Die Kosten für Rückholaktionen werden zwar "nur" auf umgerechnet rund 1,6 Milliarden Euro geschätzt, doch gleichzeitig leidet die Marke "Galaxy" extrem. Die Samsung-Aktie hat seit Wochenbeginn rund zehn Prozent an Wert verloren.

Das Debakel wird daher auch als Bewährungstest für den Vizevorsitzenden Lee Jae Yong gesehen, der als Nachfolger seines schwer erkrankten Vaters Lee Geun Hee für die Spitze des Unternehmens gehandelt wird.

Die Probleme haben nicht nur Samsung kalt erwischt, sondern auch Südkorea allgemein geschockt. Die Smartphones des Unternehmens, speziell der Galaxy-Reihe, haben entscheidend geholfen, den Namen Samsung weltweit bekannter zu machen. Samsung ist Südkoreas wertvollste Marke. Der Konzern wird als so einflussreich gesehen, dass die Koreaner manchmal auch von der "Samsung-Republik" sprechen. Die Gruppe ist der größte Mischkonzern in dem Land und steht zum einem großen Teil noch unter Kontrolle der Gründerfamilie.

Die Pannen beim Galaxy Note 7 kommen zu einer kritischen Zeit für den Konzern, der ohnehin wegen wachsender Konkurrenz bei Mobiltelefonen und Halbleitern aus China unter großem Druck steht, neue Unternehmensbereiche zu erschließen.

(dpa/rtr)
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