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Smartphone-Testbericht
Moto Z2 Play – so neu dann auch wieder nicht

Smartphone Moto Z2 Play im Test
Smartphone Moto Z2 Play im Test FOTO: Christoph Schroeter
Düsseldorf. Mit dem Moto Z2 Play bringt Motorola den Nachfolger des recht erfolgreichen Moto Z Play auf den Markt. Auch das neue Gerät lässt sich wieder mit den bekannte Mods erweitern. Das hat auf Sicht aber auch einen Nachteil. Hier unser Testbericht. Von Christoph Schroeter

Das Moto Z2 Play kann nicht verbergen, dass es ein Mitglied der erfolgreichen Moto-Z-Reihe ist. Die Größe, die flache Rückseite, die hervorstehende Hauptkamera, die glänzenden Metall-Anschlüsse auf der Rückseite.

Klar, das muss so sein, denn die Z-Reihe von Motorola lässt sich mit Mods erweitern, Zusatzgeräte, die magnetisch auf der Rückseite gehalten werden: Lautsprecher, Kamera, Beamer, Extra-Akku und so weiter. Weil die bei allen Z-Geräten seit vergangenem Jahr passen müssen, ist man beim Design der Geräte sehr festgelegt.

Das macht es manchmal schwer, die verschiedenen Modelle zu unterscheiden. Die Gemahlin des Testers etwa besitzt ein Moto Z und hat aus Versehen diverse Male zum Moto-Z2-Play-Testgerät gegriffen.

Fotos: Nokia 3, 5 & 6 - günstige Smartphones mit Android pur FOTO: dpa, tsn

Das ist bislang kein allzu großes Problem, da das Design noch recht frisch daher kommt. Wenn auch die Ränder mittlerweile ein wenig breit wirken.

  • Gehäuse

Beim Gehäuse hat sich aber doch etwas getan. War beim Z Play die Rückseite noch aus Glas, ist sie nun aus Aluminium. Das gibt ein Mehr an Festigkeit und erlaubt, dass das Gerät immerhin einen Millimeter dünner ist als der Vorgänger und 20 Gramm leichter. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen, nichts wackelt oder knarzt . 

  • Akku

Eigentlich die markanteste Änderung: Der Akku des Durchhaltewunders Z Play wurde beim Z2 Play von 3500 Milliamperestunden (mAh) auf jetzt 3000 mAh abgespeckt. Da lassen sich Einbußen bei der Laufzeit natürlich nicht vermeiden. Trotzdem kommt man bei normaler Nutzung locker über einen Tag. Notfalls sorgt das Schnellladegerät mit USB-C auch dafür, dass man nach 15 Minuten Ladezeit wieder Power für weitere acht Stunden hat.

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  • Display

Beim Bildschirm des Moto Z2 Play hat sich gegenüber dem Vorgänger nicht viel geändert. Das war auch nicht notwendig. Das 5,5 Zoll große Display löst in FullHD auf und ist in allen möglichen Lagen - und auch bei Sonnenlicht - gut lesbar. AMOLED-typisch werden die Farben satt und das Schwarz tief dargestellt, da gib es nichts zu meckern.

Nur wer den Einsatz einer VR-Brille plant, sollte bedenken, dass für eine gute Darstellung dann doch eine höhere Auflösung notwendig wird.

Auch auf dem Z2 Play findet sich die von Motorola bekannte Always-on-Funktion, die Uhrzeit, Akkustand oder Benachrichtigungen nicht dauerhaft anzeigt, sondern nur, wenn man sich dem Gerät nähert oder es aufnimmt. Das spart Strom gegenüber den tatsächlich dauerhaft aktivierten Displays der Konkurrenz.

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  • Kamera

Etwas abgespeckt hat Motorola auch bei der Pixelzahl der Hauptkamera, die sinkt von 16 auf zwölf MP. Doch dafür hat die Knipse bei der Blende von f/2.0 auf f/1.7 zugelegt, was eigentlich entscheidender für gute Fotos ist. Und tatsächlich macht sich die bessere Lichtstärke bemerkbar, die Bilder machen einen besseren Eindruck als beim Vorgänger.

  • Prozessor

Im Moto Z2 Play werkelt der Qualcomm Snapdragon 626 - im Vorgänger war es der 625er. Mit der ebenfalls etwas erhöhten Taktfrequenz von 2,2 GHz und nun 4 GB Arbeitsspeicher legt das Smartphone ein flottes Arbeitstempo hin. Trotzdem hätte man in einem 500 Euro teurem Gerät durchaus einen besseren Prozessor erwarten können. Honor etwa verbaut in seinem knapp über 400 Euro teuren Honor 9 den gleichen Prozessor wie Huawei in seinem Top-Smartphone P10.

  • Speicher

Den internen Speicher hat Motorola dankenswerterweise auf 64 GB verdoppelt. Damit hat man ordentliche Reserven an Bord. Sollte es doch einmal nicht ausreichen, kann per Micro-SD-Karte aufgestockt werden.

  • Betriebssystem

Das Moto Z2 Play kommt mit einem weitgehend nackten Android der Version Nougat 7.1.1. Über die Moto App können Zusatz-Feature aktiviert werden. So können etwa die Android-Button abgeschaltet und die Steuerung ganz auf den Fingerabdrucksensor übertragen werden. Das reine Android dürfte auch ein Garant für schnelle Updates sein.

  • Performance

In unserem Test überzeugt das Z2 Play. Apps und Spiele laufen ohne Ruckler. Auch die Akku-Ausdauer ist eigentlich okay, sie schwächelt nur im Vergleich mit dem direkten Vorgänger. 

Fazit: Das Motorola Moto Z2 Play ist ein gutes Smartphone. Mit 500 Euro Verkaufspreis ist es aber nicht gerade günstig. Zum Start legt Motorola immerhin noch den 99 Euro teuren Lautsprecher von JBL dazu, der als Mod ans Gerät geklemmt werden kann. Wer jedoch mit etwas weniger Performance zufrieden ist, der kann auch zu dem noch immer verfügbaren - und teilweise mit 249 Euro halb so teuren - Vorgänger Moto Z Play greifen. 

 
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