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Neue Regeln ab Mai
Smartphone im Urlaub - das kostet Roaming

Fotos: Neues aus der Smartphone-Welt
Fotos: Neues aus der Smartphone-Welt FOTO: dpa, tsn
Düsseldorf. Die EU drückt die Preise für Telefonieren und mobiles Surfen, ab Anfang Mai wird es billiger. Zugleich gibt es mit Flatrates bei teuren Tarifen immer öfter ein Europa-Roaming inklusive. Handy-Surfen im Urlaub bleibt jedoch zunächst teuer. Von Reinhard Kowalewsky

50 oder 60 Euro Zusatzkosten für Auslandstelefonate per Handy mussten Reisende noch vor einigen Jahren im Urlaub einplanen, ab Mai 2016 gehören die Roaming-Kosten fast der Vergangenheit an.

Laut Vorgabe der EU sinken die Auslandsaufschläge in der Europäischen Union auf sechs Cent pro Minute, wenn man jemanden vom EU-Ausland aus anruft. Günstig sind auch SMS: Nur zwei Cent Aufschlag sind erlaubt.

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Wer in Rom oder London einen Anruf aus Deutschland annimmt, muss dafür gar keinen Zuschlag zahlen. Doch relativ teuer bleibt bis zum Sommer 2017 das mobile Surfen: Es kostet noch immer sechs Cent für ein Megabyte Daten.

Die sinkenden Durchleitungspreise zwingen zu zwei Fragen: Lohnt es sich weiter, für den Urlaub spezielle Pakete zu buchen? Lohnt es sich, die in diesen Tagen auf kostenloses EU-Roaming erweiterten All-Inklusive-Pakete von Telekom, Vodafone oder 02 zu buchen?

  • Günstiges Plaudern Insgesamt zeigt sich, dass sich Zusatztarife oder All-Inklusive-Verträge nicht lohnen, wenn man nur den Roaming-Gebühren für Telefonie und SMS entgehen will. Ein zehn Minuten langes Telefonat in die Heimat kostet nur noch 60 Cent Zuschlag. Bei 20 Tagen Ferien und einem täglichen Gespräch von zehn Minuten Dauer kommen zwölf Euro an Mehrpreis zusammen. Bei fünf SMS pro Tag kämen zwei weitere Euro hinzu - 14 Euro also zusammen.
    Da lohnen sich nur wegen Telefonie und SMS viele Angebote nicht: So kostet es bei Base 72 Euro, um zwei Jahre eine Flatrate uneingeschränkt in der EU mitnutzen zu können. Bei Vodafone verschlingt ein ähnliches Angebot fünf Euro im Monat (bei Mindestdauer von zwölf Monaten), bei der Telekom sind zehn Euro fällig.
  • Teures Surfen Anders sieht es aus, wenn man das Smartphone häufig für mobiles Surfen nutzt. Der Versand eines zehn Megabyte großen Fotos kostet trotz der neuen EU-Reglen noch immer 60 Cent.
    Viele Kunden verbrauchen im Urlaub für Facebook, Whatsapp und Musik ein Gigabyte an Daten - da kommen selbst zum neuen Roamingpreis 60 Euro zusammen. Das heißt: Die Urlaubs-Pakete der Unternehmen können sinnvoll sein, wenn man mindestens einmal im Jahr für mehrere Wochen in Ferien fährt.
    Für 2,99 Euro am Tag lässt sich etwa bei Vodafone die deutsche Flatrate ins Ausland mitnehmen. Für 14,95 Euro gibt es einen Wochenpass mit 150 Megabyte bei der Telekom, für einmalig 19,95 Euro kann der eigene Tarif einen Monat lang im EU-Ausland genutzt werden. Bei 02 gibt es für 2,99 Euro 50 Megabyte am Tag mit 25 SMS und 50 Minuten Telefonie.
  • Sonderfall Flatrates Um Kunden zu ködern, packen nun Telekom und Vodafone in ihre teureren Flatrates freie Nutzung in Europa als kostenlose Beigabe dazu, 02 hat ein ähnliches Angebot.
    Der günstigste Tarif bei Vodafone (inklusive Europa-Flatrate) kostet 34,99 Euro im Monat und beinhaltet ein Gigabyte an Datenvolumen. Den gleichen Preis nimmt auch die Telekom beim Tarif Magenta Mobil S. "Kunden müssen sich ihr Nutzungsverhalten ansehen", sagt Tarifexperte Henning Gajek vom Portal Teltarif. " Für Vielreisende sind das interessante Pakete".

Verschieden behandeln die Mobilfunker Flatrate-Kunden, die alte Verträge haben oder relativ günstige Flatrates ohne Roaming buchen.

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Bei Telekom und Vodafone werden laut Firmenangaben ungefähr die Aufschläge verlangt, die die EU vorgibt: Flatrate-Kunden zahlen bei beiden Firmen sechs Cent pro Minute bei ausgehenden Gesprächen.

Für eine SMS sind bei der Telekom zwei Cent fällig, bei Vodafone 2,38 Cent. Für ein Datenvolumen von einem Megabyte nimmt die Telekom fünf Cent, Vodafone 5,95 Cent.

Bei Telefonica/O2 werden aber von Flatrate-Kunden 20 Cent pro Minute bei abgehenden Gesprächen verlangt, sieben Cent pro SMS und 23 Cent pro Megabyte.

"Die Position von Telefonica widerspricht dem Geist der Europäischen Richtlinie", sagt Klaus Müller, Chef der Verbraucherzentralen. "Wenn ich hier eine Flatrate buche, möchte ich doch im EU-Ausland auch nur den von der EU vorgegebenen Aufschlag zahlen. Das muss das Unternehmen sofort ändern". Telefonica erklärt, man würde die EU-Vorgaben mit einer Reihe von Optionen erfüllen.

Quelle: RP
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