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Düsseldorf
Wie Telefonieren im Urlaub günstig bleibt

Düsseldorf. Im EU-Ausland ist die Handy-Nutzung noch immer teurer als zu Hause. Vor allem beim mobilen Surfen, wie unser 150-MB-Beispiel zeigt. Von Reinhard Kowalewsky

Die Zeit der Mondpreise für Telekommunikation im Urlaub ist vorbei: Maximal 60 Euro dürfen die Telefonkonzerne in der EU für mobiles Surfen und Telefonieren außerhalb des Heimatlandes nehmen, ein höherer "Verbrauch" ist nur dann möglich, wenn die Kunden ausdrücklich das Kostenlimit erhöhen. Diese Regelung zeigt, dass Verbraucher zwar vor Kostenexzessen geschützt sind, aber weiterhin aufpassen müssen, wie sie ihr Smartphone oder einen Tablet-PC unterwegs halbwegs günstig nutzen.

Gesunkene Maximalpreise Dank EU-Vorgaben ist der erlaubte Preis für Anrufe und SMS bei Aufenthalt im EU-Ausland um rund 80 Prozent gegenüber 2008 gesunken. Datenroaming, also das mobile Nutzen von Internetinhalten und Mails, ist um 91 Prozent günstiger geworden.

Sparstrategie Am wenigsten kostet es, im EU-Ausland per SMS zu kommunizieren - sieben Cent als Aufschlag für das Versenden abseits der Heimat ist nicht viel. Beim Telefonieren sollte man sich bei längeren Gesprächen mit der Heimat besser anrufen lassen: Es kostet sechs Cent die Minute, wenn ein Anruf von Deutschland aus auf das Handy im Ausland weitergeleitet wird - bei 30 Minuten 1,80 Euro. Dagegen liegt der Aufschlag für einen Anruf vom Ausland aus bei fast 23 Cent pro Minute. Da kommen fast sieben Euro bei 30 Minuten zusammen. "Lange Anrufe in die Heimat können also noch immer relativ hohe Kosten verursachen", so Thomas Bradler, Telekommunikationsexperte der NRW-Verbraucherzentrale.

Daten-Wucher Ärgerlich ist insbesondere, wie teuer mobiles Surfen im Ausland noch sein darf: Kunden, die 150 Megabyte Daten nutzen, müssen dafür beim maximalen Preis von 23,80 Cent pro Megabyte knapp 36 Euro zahlen. Dabei reicht dies gerade, um zweieinhalb Stunden lang Musik zu hören oder um einige hundert Internetseiten aufzurufen. Der hohe Preis ist insbesondere ärgerlich, weil die EU den Telefonunternehmen vorschreibt, sich untereinander maximal fünf Cent pro durchgeleitetem Megabyte in Rechnung zu stellen. Die Konzerne zahlen also für 150 Megabyte, die ein Kunde im Ausland nutzt, maximal 7,50 Euro an die Partnerfirmen im Ausland - in Wahrheit kaufen sie die Kapazitäten untereinander sogar meistens noch viel günstiger ein.

Datensparsamkeit Kunden sollten in ihrem Smartphone nachschauen, wie viele Daten sie per Mobilfunk nutzen. Der "Verbrauch" lässt sich im Ausland dann durch Einstellen des Gerätes deutlich reduzieren: So kann beim iPhone jede einzelne App für das Nutzen mobiler Daten zeitweise blockiert werden. Man sollte außerdem Fotos in voller Auflösung nur vom W-Lan im Hotel versenden, nicht über das ausländische Mobilfunknetz. Kurznachrichten via Whats App "verbrauchen" wenig Datenvolumen, umso mehr Daten brauchen dagegen Internetseiten mit vielen Fotos und erst recht das Laden von Videos.

Zeit-Pakete Alle Anbieter offerieren hinzubuchbare Pakettarife für den Urlaub. E-Plus ("Base") bietet beim EU-Reisepaket-Woche beispielsweise für zehn Euro 150 Megabyte freies Surfen im EU-Ausland und einigen anderen Ländern. Für 20 Euro gibt es doppelt so viele Daten plus 100 Freiminuten zum Plaudern und 100 freie SMS. Gebucht wird alles per SMS. Bei der Telekom heißen ähnliche Produkte Wochenpass mit 150 Megabyte für 14,95 Euro sowie der nur 24 Stunden gültige Tagespass mit 50 Megabyte für 2,95 Euro. Vodafone vermarktet EU-Tagespässe für 2,99 Euro mit 50 Freiminuten, 50 SMS und 50 Megabyte.

Dauer-Aufschläge Für häufig ins Ausland fahrende Bürger bietet sich an, für einen monatlichen Aufpreis die hiesigen Tarife im Ausland ohne Aufschlag zu nutzen: So können Kunden bei der Tarifgruppe Vodafone Red ihre in Deutschland gebuchten Flatrates für Telefonie, SMS und Daten für 4,99 Euro Zuschlag auch im EU-Ausland nutzen. Der Haken: Man muss den Zuschlag ein ganzes Jahr zahlen. Drei Euro im Monat kostet bei Base die "Verlängerung" des hiesigen Tarifes ins EU-Ausland. Hier muss sich der Kunde aber für die ganze restliche Vertragsdauer zu dem Zuschlag verpflichten - was 72 Euro Mehrkosten in zwei Jahren bedeuten kann.

Quelle: RP
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