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Panorama Avatar 3D James Cameron
  Foto: AP, AP

Avatar war erst der Anfang: So funktioniert 3D im Kino

VON LUDWIG JOVANOVIC - zuletzt aktualisiert: 05.02.2010 - 12:29

Düsseldorf (RP). Ein Grund für den Erfolg von James Camerons Science-Fiction-Epos "Avatar" ist die neue 3D-Technik. Dafür müssen die Zuschauer nur eine einfache Brille tragen. Das Geheimnis liegt im Projektor und der Leinwand. Für Zuhause ist die Technik allerdings kaum geeignet.

Der erfolgreichste Film aller Zeiten zieht nicht nur durch seine Geschichte die Massen ins Kino – sondern auch durch seine Bildgewalt, die eine fremde Welt zum Greifen nahe bietet. Buchstäblich. Denn "Avatar" ist der Vorreiter eine ganzen Reihe von Filmen, die nun folgen und sich von den Grenzen der flachen zweidimensionalen Leinwand lösen – um in die dritte Dimension vorzustoßen.

Dafür aber musste "Avatar" mit einer speziellen Kamera aufgenommen werden, die zwei Objektive hat. Genauso wie der Mensch zwei Augen hat, die etwas auseinander stehen. In der realen Welt werden diese beiden leicht unterschiedlichen Blickwinkel im Gehirn zu einem dreidimensionalen, räumlichen Bild vereint.

Um den gleichen Effekt im Kino zu erreichen, muss das Gehirn "hereingelegt" werden – indem man dem linken und dem rechten Auge jeweils ein eigenes Bild einer Szene aus unterschiedlichen Perspektiven zeigt. Und das mit einem Verfahren, das von dem US-amerikanischen Unternehmen "RealD" entwickelt wurde und für den Kinobetreiber noch bezahlbar ist.

Die Ingenieure nutzen dafür eine Eigenschaft des Lichts aus. Nämlich, dass es sich um eine elektromagnetische Welle handelt. Die schwingt normalerweise nicht nur in einer Ebene, sondern in vielen verschiedenen. Für das 3D-Kino wird nun aber für das linke und das rechte Auge jeweils genau eine Ebene definiert. Das ist die so genannte Polarisation. Wird die nun geschickt eingestellt (zirkumpolar), kann der Zuschauer seinen Kopf sogar neigen und drehen – der 3D-Effekt bleibt erhalten.

Mit einer einfachen, günstigen Filter-Brille erreicht das linke Auge nur Licht mit einer ganz bestimmten Schwingungsebene. Dadurch wird das Bild fürs linke Auge erzeugt. Im rechten Auge dagegen kommt Licht mit einer anderen Schwingungsebene durch. Dadurch hat man das Ziel erreicht: Zwei leicht unterschiedliche Bilder für jedes Auge.

Dafür wird indes ein spezieller Projektor benötigt, vor dem ein elektronisch steuerbarer Flüssig-Kristall sitzt. Er sorgt dafür, dass die Schwingung des Lichts entsprechend eingestellt wird. Um zudem sicherzustellen, das die Bilder für jedes Auge nicht plötzlich abreißen und asynchron laufen, wird jedes Bild links und rechts gleich dreimal gezeigt.

Dafür muss der Projektor aber sehr viel schneller sein als beim gewöhnlichen Film: Das heißt, statt 24 Bildern pro Sekunde werden 48 gezeigt – jeweils 24 für jedes Auge. Weil aber jedes Bild gleich dreimal gesendet wird, sind es tatsächlich sogar 144 Bilder pro Sekunde. Zudem muss die Leinwand so beschaffen sein, dass sie die Polarisation des Lichts nicht ändert. Dafür eignen sich dünne Metallfolien. Der Nachteil ist, dass der Kontrast geringer und die Helligkeit höher ausfällt als beim normalen Film. Weil es im Kino aber ohnehin dunkel ist, fällt das kaum auf.

Für die eigenen vier Wände ist die Technik indes zu aufwändig. Denn dafür müsste man einen solchen 3D-Projektor samt der Leinwand haben – und vor jedem Filmabend das Zimmer verdunkeln. Darum setzen die Fernseh-Hersteller auf ein anderes Verfahren: Statt einer einfachen Filter-Brille wie im Kino sollen die Zuschauer ein teure Hightech-Version tragen.

Die Gläser bestehen aus LCD-Kristallen, die sich verdunkeln können. So kann ebenfalls kontrolliert werden, welches Bild in welches Auge fällt. Gesteuert wird das von einem speziellen 3D-Fernseher, der drahtlos an die Brille sendet, was nun gerade gezeigt wird – Informationen fürs linke oder fürs rechte Auge.

Diese Technik existiert bereits. Für Computerspiele. Da werden solche 3D-Brillen angeboten – mit einem Zusatzgerät, das die Brille entsprechend schaltet. Doch durchgesetzt hat sich das nicht. Bei klassischen Röhren-Monitoren verwischt das Bild durch das Nachleuchten. LCD-Bildschirme dagegen erreichen bisher nicht die benötigten Wiederhol-Frequenzen, um für ein ruhiges Bild im linken und im rechten Auge zu sorgen.

Quelle: RP

 
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