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DVB-T2 HD
Antennenfernsehen der Zukunft

Berlin. Mit dem digitalen Antennenfernsehen DVB-T geht es zu Ende. 2019 soll der letzte Sender auf den Nachfolgestandard DVB-T2 HD umgeschaltet werden. Das bietet einige Vorteile, hat aber auch einen Haken.

Und DVB-T2 HD sieht gleich auf den ersten Blick nach einer Verbesserung aus. Der neue Standard verspricht nicht nur mehr Kanäle, sondern auch hochauflösendes HD-Fernsehen ohne Kabelgebühren oder Satellitenschüssel. Die Sache hat allerdings einige Haken.

Meist 24 Kanäle kann man derzeit in den Ballungsräumen über DVB-T auf modernen Flachbildfernsehern empfangen. Ist DVB-T2 HD einmal etabliert, werden es rund 40 sein. Die meisten davon können in HD empfangen werden. RTL und ZDF kündigen sogar Full-HD 1080p an. Erste Testanlagen laufen bereits, zur Fußball-EM 2016 soll in den Ballungsräumen eine Einführungsphase starten. Dann sollen die reichweitenstärksten Programme ausgestrahlt werden, erklärt Veit Olischläger vom für die Umstellung zuständigen Projektbüro DVB-T2 HD Deutschland. Das wären etwa ARD, ZDF, RTL, Sat.1, ProSieben.

Erster kleiner Haken: Weil die alten Empfangsgeräte mit der neuen HEVC-Technik von DVB-T2 HD nichts anfangen können und auf einer anderen Frequenz gesendet wird, steht vor dem HD-Genuss eine Geräteneuanschaffung ins Haus, sagt Michael Gundall von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Zur Elektronikmesse IFA im September erwartet er erste taugliche Geräte. Bis es so weit ist, besteht für Käufer von Fernsehern und Empfängern akute Verwechslungsgefahr. Denn einige auf dem Markt erhältliche Geräte haben bereits DVB-T-Empfänger eingebaut, allerdings nicht die richtigen für das neue System. Hier soll ein grünes Logo der Initiative DVB-T2 HD, einem Verbund aus Sendern und Medienanstalten, Abhilfe schaffen. "Das Siegel zeigt: Das ist ein zukunftsfähiges Gerät für den deutschen DVB-T2 HD-Standard", sagt Olischläger.

Und dann ist da noch etwas, das die Vorfreude auf die vielen HD-Kanäle über Antenne bremsen könnte. "Die Privatsender werden ihr Programm verschlüsseln", sagt Gundall. RTL, ProSieben, Sat.1 und Co. wird es mit dem neuen DVB-T nur noch gegen eine monatliche Gebühr geben. Die wird ersten Berichten zufolge bei rund fünf bis sechs Euro im Monat liegen.

(dpa)
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