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Digitales Antennenfernsehen 2.0
DVB-T2 startet – was man wissen muss

DVB-T2 startet - TV in HD, dafür Gebühren für die Privatsender
Ab sofort kann in vielen Regionen Deutschlands auch über Antenne HD-TV geschaut werden. FOTO: dpa
Pünktlich zur EM startete Ende Mai in einigen Regionen Deutschlands DVB-T2, das digitale Antennenfernsehen 2.0. In NRW sind die Gebiete Düsseldorf/Rhein-Ruhr und Köln/Bonn/Aachen dabei. Das Upgrade verspricht endlich TV-Bilder in HD. Wir erklären, was man zum Start wissen muss.

  • Welches Empfangsgerät wird benötigt? Das kann entweder eine Set-Top-Box sein, mit der bestehende Fernsehgeräte DVB-T2 HD-fähig gemacht werden, oder aber ein Flachbildfernseher der neuesten Generation mit integriertem DVB-T2 HD-Empfangsteil. Wichtig ist dabei, auf das grüne DVB-T2 HD-Logo zu achten.
    Auch wichtig: Der deutsche DVB-T2-Standard ist nicht vergleichbar mit dem aus anderen europäischen Ländern. Empfänger oder TV-Geräte müssen für das deutsche DVB-T2 HD zwingend den HEVC-Codec beherrschen. Geräte mit dem Siegel können das. 
  • Welche Sender kann man zum Start gucken? Als Startpaket stehen ab 31. Mai 2016 die HD-Programme Das Erste, RTL, ProSieben, SAT.1, Vox und ZDF zur Verfügung – zusätzlich zur bestehenden DVB-T-Verbreitung.
  • Stimmt es, dass man für die Privatsender bezahlen muss? Ja. Sat.1, ProSieben, Vox und RTL sind während des Probebetriebs verschlüsselt, aber kostenlos. Mit Beginn des Regelbetriebs 2017 werden die meisten Privatsender nur noch gegen Gebühr ausgestrahlt. Ähnlich wie beim Satellitenempfang wird das Privat-TV dann – nach einer dreimonatigen Gratisphase – rund fünf bis sechs Euro im Monat kosten. Eine unverschlüsselte Ausstrahlung der Privatsender in alter SD-Auflösung wird es nicht geben. 
  • In welchen Regionen kann man DVB-T2 ab Ende Mai empfangen? Düsseldorf/Rhein/Ruhr, Köln/Bonn/Aachen, Bremen/Unterweser, Hamburg/Lübeck, Kiel, Rostock, Schwerin, Hannover/Braunschweig, Magdeburg, Berlin/Potsdam, Jena, Leipzig/Halle, Rhein/Main, Saarbrücken, Baden-Baden, Stuttgart, Nürnberg und München/Südbayern.
  • Warum ist DVB-T2 HD eigentlich besser? Zunächst einmal können über DVB-T2 HD deutlich mehr Kanäle empfangen werden als bisher. Und sie werden überwiegend in voller HD-Auflösung (1920 zu 1080 Bildpunkten) ausgestrahlt. Aktuell können über Antenne nur Programme in geringerer SD-Auflösung empfangen werden. Das sieht vor allem auf neuen HD-Fernsehern nicht gut aus.
  • Wird das alte DVB-T abgeschaltet? Ja. Wird DVB-T2 HD eingeschaltet, ist meist Schluss mit dem alten DVB-T. Allerdings ist noch unklar, wo es örtlich noch übergangsweise einen Parallelbetrieb mit wenigen öffentlich-rechtlichen Programmen geben wird. Wer weiter über Antenne gucken will, sollte also bis Anfang 2017 die nötigen Geräte haben.
  • Wie sehen die weiteren Pläne aus? Im ersten Quartal 2017, wahrscheinlich im März, wird in den Regelbetrieb gewechselt. Dann gibt es in den Startregionen das volle Programm aus rund 40 öffentlich-rechtlichen und privaten Kanäle. Die meisten davon werden in HD-Auflösung ausgestrahlt.

    Dann beginnt der Ausbau in weiteren Regionen. Bis Mitte 2019 sollen mehr als 90 Prozent der Bevölkerung mindestens per Dachantenne versorgt sein. Allerdings wird es nicht überall das volle Angebot von rund 40 Kanälen geben.
Gadgets - diese Technik-Neuheiten will man haben FOTO: dpa, neb crk
(csr)
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