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Tipps & Tricks
Fußballgucken zur EM – aber richtig

Soundbars peppen den TV-Ton auf
Soundbars peppen den TV-Ton auf FOTO: dpa, toh
Die heiße Phase der Fußball-EM steht vor der Tür und der neue Fernseher ist gekauft. Doch wie stellt man das Bild und den Ton am besten ein? Und welcher Nachbar jubelt eigentlich als erster - und warum? Wir verraten es. Von Ludwig Jovanovic

Wenn der Fernseher schon eine Riesen-Bildschirmdiagonale hat, sollte das Bild auch umwerfend sein. Erst recht, wenn man bei der EM mitfiebern und jubeln will – oder frustriert über Schiedsrichterentscheidungen schimpft. Wir haben ein paar Tipps, um das Optimum aus dem neuen TV herauszuholen.

So kommt das Bild vom Smartphone aufs TV-Gerät FOTO: dpa, tsn
  • Wie komme ich zum besten TV-Bild? Fußball – das sind Bilder mit vielen schnellen Bewegungen, die meist sehr hell sind und auch noch einen hohen Farbanteil haben. TV-Hersteller wie Samsung raten in dem Fall dazu, den "Sport-Bildmodus" zu wählen. Der ist auf solche Situationen abgestimmt und soll dafür sorgen, dass das Spiel bestmöglich angezeigt wird.

    Doch je nachdem, wo der Fernseher steht und wie hell es gerade ist, muss man eventuell noch etwas nachbessern: Man notiert sich die aktuellen Einstellungen wie Helligkeit, Kontrast, Farbsättigung etc., damit man wieder zu diesen Werten zurückkehren kann.

    Dann spielt man ein wenig herum: In heller Umgebung sieht das TV-Bild oft matt und blass aus. Darum erhöht man die Intensität der Hintergrundbeleuchtung. Zusätzlich kann man Schärfe, Kontrast und Helligkeit erhöhen. Solange, bis einem das Bild gefällt.

    Für besonders helle Umgebungen kann man auch in den "Dynamik-Modus" schalten. Der ist eigentlich für die Präsentation in hellen Verkaufsräumen gedacht und eignet sich dann, wenn der Fernseher mit viel Tageslicht konkurrieren muss.
  • Und wenn ich bei gutem Wetter im Freien schauen will? Man sollte unbedingt vermeiden, dass Sonnenlicht direkt auf den Bildschirm fällt, wenn man noch etwas erkennen will. Ein dunkles Tuch, ein schwarzes Bettlaken oder Pappe als Sonnenblende über den Fernseher sind überaus hilfreich.

    Wer eine große Terrassen- oder Balkontür hat, kann den Fernseher auch innen aufstellen und die Zuschauer nehmen im Freien Platz. So steht das TV-Gerät im Schatten, während Fans die frische Luft genießen.

    Aber auch eine Garage eignet sich als EM-Kino: Sie spendet ausreichend Schatten und bietet Fernseher und Fans auch bei einem Sommerregen Schutz.
  • Wie scharf ist das Bild? Die Bildschärfe hängt vor allem von der Displaygröße und dem Abstand zu Sofa oder Sessel ab.

    Für einen Full-HD-Fernseher gilt dabei eine simple Faustregel: Der Abstand sollte der doppelten Bilddiagonale entsprechen. Bei einem 55-Zoll-TV mit 139 Zentimeter Bildschirm-Diagonale wären das circa 2,8 Meter.

    Bei einem Fernseher mit UHD- oder 4K-Auflösungen halbiert sich der Abstand – auf die Bildschirmdiagonale.
  • Wie stelle ich den Fernseher auf? Im Idealfall blickt man von der Sitzposition genau in die Mitte des Fernsehers. Mit anderen Worten: Wenn man sich aufs Sofa oder den Sessel setzt, sollte die Höhe der Augen über dem Boden – in der Regel etwa 120 Zentimeter – der Höhe der TV-Mitte entsprechen.

    TV-Gerätehersteller meinen erkannt zu haben, dass in vielen Wohnzimmern der Fernseher zu hoch steht. Der Grund sei simpel: Die mittlerweile oft sehr viel größeren Bildschirme eines modernen Fernsehers werden am gleichen Ort aufgebaut wie einst ein Röhren-Gerät. Ein niedriges Sideboard oder eine Wandhalterung würden sich da am besten eignen.
  • Wer jubelt denn da? Endlich fällt das Tor. Aber in der Nachbarschaft jubeln nicht alle gleichzeitig, obwohl jeder das Spiel sieht. Und das auch noch auf dem gleichen Sender.

    Die Abfolge ist dabei klar: Zuerst ruft der Besitzer einer eigenen Satellitenschüssel "Tor", etwa zwei Sekunden später fällt der Nachbar mit der DVB-T-Antenne in den Jubel ein und wer digitales Kabelfernsehen hat, muss noch ein paar Sekunden warten, bis er weiß, warum alle so begeistert sind.

    Aber er ist nicht das Schlusslicht: Wer die EM per Livestream verfolgt, sollte dies unbedingt mit gut gedämpften Kopfhörern oder weitab von anderen Zuschauern tun – der Zeitversatz zum Satelliten-Fernsehen beträgt bis zu 60 Sekunden.
  • Was ist der Grund für diese Zeitverzögerung? Das Spiel wird im Stadion von Dutzenden Kameras eingefangen, die ihre Bilder an den Übertragungswagen schicken. Dort entsteht für alle Sendeanstalten das exakt gleiche Übertragungsbild.

    Dieses Live-Signal wird dann an ein Sendezentrum geschickt, von dem aus es wiederum an die jeweiligen Sender auf der ganzen Welt übertragen wird. Bis dahin ist der Zeitversatz noch verschwindend gering. Die Sender schicken ihr fertiges Bild – inklusive Senderlogo, eigenen Einblendungen und natürlich der Tonspur des eigenen Kommentators – nun auf den Weg zu den Empfängern.

    Das ist eigentlich auch ein recht schneller Vorgang, aber nur mit der Satellitenantenne hat man quasi eine direkte Anbindung an die Übertragung: Etwa zwei Sekunden, nachdem ein Tor gefallen ist, sieht man es bereits.

    Bei DVB-T dauert es zwei Sekunden länger, weil alle übertragenen Sender synchron ausgestrahlt werden. Um das zu garantieren, werden alle Signale zunächst in einem Datenpuffer zwischengespeichert und dann erst gesendet.

    Die Verzögerung im Kabelnetz liegt dagegen daran, dass die Signale für die Übertragung noch einmal gewandelt werden müssen.

    Und dieser Schritt ist für den Livestream per Internet noch aufwändiger und frisst im Vergleich zum Kabelfernsehen noch mehr Zeit. Zumal einige Anbieter das Signal noch zusätzlich zwischenspeichern, um unterbrechungsfreies Streaming zu garantieren.
Das sind die RP-Kolumnisten zur Fußball-EM FOTO: imago
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