Fortuna: Nach Randale: Busse statt Bahnen
VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010 - 07:26Düsseldorf (RP) Die Bilanz nach den Fan-Ausschreitungen beim Derby der Fortuna gegen den MSV: zehn Festnahmen, 19 Anzeigen und 10.000 Euro Schaden bei der Rheinbahn. Um solche Folgen zu vermeiden, will die Polizei mehr Fans über den Flughafenbahnhof und dann per Bus zur Arena bringen.
Das Bild, dass sich am Sonntagnachmittag nach dem Lokalduell zwischen der Fortuna und dem MSV Duisburg in der Nähe des Freiligrathplatzes den Zuschauern bot, erinnerte mehr an einen Krieg als an ein fröhliches Fußballspiel. Rund 800 Fortuna-Fans standen auf und um den Bahnsteig. In einer stehen gebliebenen Bahn der Linie U 79 befanden sich etliche MSV-Fans. Provokationen beiderseits, viele Flaschen- und Steinewürfe, die Polizei musste schließlich mit rund 200 Mann, massivem Schlagstockeinsatz, Pfefferspray und Reiterstaffel die gewaltätige Situation beruhigen. Die Bilanz: zehn Festnahmen und 19 Anzeigen.
"Es war ein notwendiger harter Einsatz", sagt Polizeisprecher Wolfgang Rodax. Damit dies zumindest nicht mehr so oft nötig ist, will die Polizei eine verstärkte Einbeziehung des Flughafenbahnhofs diskutieren. Das Ziel: Wenn möglichst viele auswärtige Fans dort aus den Zügen aussteigen und mit Bussen zur Arena transportiert werden, könnte Kontakt mit den Fortuna-Fans vermieden werden, sagt Rodax.
Von rund 10 000 Fans aus der Nachbarstadt stiegen am Sonntag rund 2000 am Airport aus und wurden per Bus weiter transportiert. Zwar wurde nach Angaben von Rheinbahnsprecher Georg Schumacher auch hier in einem Bus die Heckscheibe von einem Fan zerschlagen, doch der Transport klappte gut, sagt Rodax. "Wir wollten versuchen, künftig bei allen Spielen, bei denen die gegnerischen Fans aus dem Norden kommen, diese Möglichkeit zu nutzen."
Diesen Shuttle-Service befürwortet auch Fortuna-Vorstandsvorsitzender Peter Frymuth. "So können gefährliche Situationen gar nicht erst entstehen", sagt er. Man habe den Flughafenbahnhof bereits mehrfach empfohlen. Bei Ankunft der Fans am Hauptbahnhof gebe es oft kritische Situationen, die Fans seien dort schwerer zu kontrollieren.
Die Rheinbahn sieht das ebenso, will aber nicht allein auf der Lösung sitzenbleiben. Man plädiere nach den Problemen am Sonntag jetzt noch mal für einen Gesprächsgipfel, sagt Schumacher. Fortuna, Rheinbahn und Polizei müssten über Verbesserungen nachdenken. Aber: Ein verstärkter Transport via Flughafenbahnhof sei mit erhöhten Kosten und Aufwand verbunden, gibt Schumacher zu bedenken. "Wo vom Hauptbahnhof eine Bahn mit drei Wagen und einem Fahrer unterwegs ist, braucht man am Flughafenbahnhof sechs Busse mit sechs Fahrern", rechnet er vor.
Die Rheinbahn würde mitmachen – will aber auf den Kosten nicht alleine sitzen bleiben. "Darüber kann und muss man reden", sagt Schumacher. Wenn der Transport von und zur Arena verstärkt per Bus und dann über den Flughafenbahnhof erfolge, müssten alle Beteiligten an den erhöhten Kosten beteiligt werden. Das angekündigte Gipfelgespräch sollte diese Frage klären, sagt Schumacher.
Wie sehr die Rheinbahn unter den Kosten der Gewaltätigkeiten leidet, zeigt das Wochenende: Auf insgesamt 10 000 Euro beziffert der Sprecher die Schäden. In Duisburg liegen die noch höher: Mindestens vier Züge der Duisburger Verkehrsbetriebe, die Fans nach Düsseldorf transportierten, sind beschädigt. "Wir leihen den Kollegen derzeit vier Bahnen aus", sagt Schumacher.
Möchte mich auch einmal äussern . Bin selber betroffen von der Randale . Fahre selber seit 34 Jahren Strassenbahn und U-Bahn . Habe voriges Jahr beim Spiel gegen Karlsruhe die gleiche Randale...
oder?.....
Da ist doch mal die Frage erlaubt: Wie kommen die dahin? Schafft es die Rheinbahn etwa nicht, die Fahrgäste zügig nach dem Spiel abzutransportieren? Anscheinend nicht! Ich empfehle den Rheinbahn-Verantwortlichen...

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