Düsseldorf (RPO)
Mit einem Sarg haben Beamte die Kriminalpolizei am Dienstag symbolisch zu Grabe getragen. „Es gibt bei uns keine Perspektiven mehr“, erklärte Thomas Nehrenheim. Mit einem Flugblatt im Stil einer Traueranzeige informieren die Polizisten zur Stunde Passanten über „Missstände, die unsere tägliche Arbeit erschweren“.
Beamte der Kriminalpolizei haben in der Düsseldorfer Innenstadt für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. „Es gibt bei uns keine Perspektiven mehr“, erklärte Thomas Nehrenheim (2. v.r.). Foto: RPO, Johannes Bornewasser
„Mit dieser Mahnwache wenden wir uns an Innenminister Ingo Wolf. Bei uns fehlt es an allen Ecken und Enden“, sagt Nehrenheim weiter. Die Hauptprobleme seien schlechte Ausrüstung, fehlende Perspektiven und überaltertes Personal. „Mit 49 Jahren bin ich bereits der Viertjüngste unserer Dienststelle in Mönchengladbach“, erzählte Nehrenheim. "Das darf so nicht weitergehen."
Ein weiterer Vorwurf: Durch Stellenverlagerungen sei es inzwischen unmöglich, bei der Kripo Karriere zu machen. „Wenn jemand etwas erreichen will, muss er einfach andere Dienstwege einschlagen“, meint der Beamte.
"100.000 Euro verschwendet"
Ein ausgebildeter Spezialist für den Kampf gegen Wirtschaftskriminalität sei inzwischen Leiter eines Verkehrsdezernats, da er sonst keine Möglichkeit für weitere Beförderungen gesehen habe. „Die Ausbildung hat rund 100.000 Euro verschlungen und jetzt arbeitet er in einem anderen Bereich. Dem Kollegen kann man keinen Vorwurf machen, aber vom System darf so etwas einfach nicht gewollt sein.“
Da seinen Kollegen Karriereperspektiven und damit auch die Aussicht auf bessere Gehälter fehlten, seien Versetzungen die logische Folge. „Deshalb muss nun endlich etwas geschehen“, fordert Nehrenheim.
Bis zu den Landtagswahlen wollen die Beamten in verschiedenen Städten Nordrhein-Westfalens weitere Mahnwachen abhalten und so für modernere Ausrüstungen und Kommissariate sowie weitere Stellen kämpfen. „Außerdem gibt es eine Abschlusskundgebung und auch bei der Parteizusammenkunft der FDP werden wir protestieren. Innenminister Wolf muss endlich aufwachen“, sagt Nehrenheim.
Ihre Mahnwache wollen die Beamten trotz des schlechten Wetters auch in der Nacht bis Mittwochmorgen um acht Uhr fortführen.
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