Düsseldorf (RP) Schock für eine 87-jährige Düsseldorferin: Ihr vor Jahren verstorbener Ehemann soll am 8. März in der City einen Unfall verursacht und Fahrerflucht begangen haben. So schrieb es eine Anwaltskanzlei aus Münster an den Toten und legte die Rechnung einer Autowerkstatt bei. Wenn der Unfallverursacher den darin ausgewiesenen Schaden von 94,98 Euro zügig überweise, werde man davon absehen, ihn wegen Fahrerflucht anzuzeigen.
Die Polizei warnt vor falschen Anwälten. Foto: ddp
Die Tochter des toten Rechnungsempfängers und der entsetzten Witwe hat gestern den Briefschreiber selbst angezeigt. Und musste feststellen, dass ihre Eltern nicht das einzige Opfer der falschen Anwälte werden sollten. „Mindestens zwölf Fälle“, so ein Polizeisprecher, seien allein in Düsseldorf bekannt.
„Diese Betrugsmasche läuft zurzeit aber in mehreren Städten. An einem Samstag in der Innenstadt sollen die Betroffenen auf einem Parkplatz ein dort abgestelltes Fahrzeug beschädigt haben, heißt es in dem Brief, dessen Absender - die Münsteraner Anwaltskanzlei - natürlich eben so wenig existiert, wie die Autowerkstatt, von der die „Rechnung“ stammt. Die Wahrscheinlichkeit, dass der eine oder andere Empfänger sich an einem Samstag tatsächlich in der Innenstadt befunden hat, ist groß - und somit auch die Chance, dass er sich nicht erinnert, wo er geparkt und ob er dabei ein anderes Auto touchiert hat. Aus Angst vor einer Anzeige wegen Fahrerflucht überweist mancher lieber das geforderte Geld.
Das aber sollte man keinesfalls tun, rät die Polizei. Stattdessen sollten Betroffene direkt mit dem Brief zur Wache kommen und Betrugsanzeige erstatten.
Hinweise an die Polizei, Tel. 8700
Quelle: RP