Düsseldorf (RP) Düsseldorf bleibt attraktiv für junge Eltern: Neun Prozent mehr Kinder kamen im zweiten Quartal 2007 zur Welt. Die meisten Krankenhäuser verzeichnen kräftige Zuwachsraten. Wir haben mit drei Müttern gesprochen.
In Düsseldorf kommen weiterhin deutlich mehr Kinder zur Welt als noch 2006. Neun Prozent mehr Geburten zählte das Standesamt zwischen April und Juni. Damit schwächte sich der Zuwachs gegenüber dem ersten Quartal zwar leicht ab, aber der Baby-Boom in der Landeshauptstadt geht weiter.
Zuwachs-Primus bei den Krankenhäusern ist die Kaiserswerther Diakonie. Bis gestern wurden dort in diesem Jahr 826 Kinder geboren - 14 Prozent mehr als bis zum gleichen Tag des Vorjahrs. Die Kaiserswerther haben ihre Geburtshilfe erweitert und so werdende Mütter aus der Umgebung angezogen, aber Oberarzt Dominik García-Pies sieht den Grund auch in der großen Politik: „Das Elterngeld hat sicher seinen Anteil an der Entwicklung.“
Die meisten Kinder tun aber nach wie vor in der Uniklinik ihren ersten Schrei. Bis Ende Juli lagen dort 959 Babys in den Bettchen, neun Prozent mehr als 2006. Mittwoch gab’s ein kleines Jubiläum: Geburt Nummer 1000 - drei Wochen früher als im Vorjahr. Mehr Arbeit für die Ärzte, „aber wir sind froh darum“, sagt zum Beispiel Percy Balan. Zurück zur Großfamilie gehe die Entwicklung dennoch nicht, meint der Oberarzt: „Ein siebtes Baby wie kürzlich bleibt die Ausnahme.“ Der Trend weise klar zu zwei Kindern.
Über einen echten Boom freut sich auch das deutlich kleinere Krankenhaus Benrath. Um mehr als ein Viertel legten die Geburtenzahlen bisher zu. „Es gilt wieder als schick, Kinder zu bekommen“, beobachtet Wolfgang Senger, Arzt im Benrather Kreißsaal. Senger führt das nicht zuletzt auf prominente Eltern-Vorbilder in den Medien zurück: „Aber in diesem Fall ist so ein Leitbild ja ganz in Ordnung.“
Gegen den Trend rückläufig sind die Zahlen nur im Gerresheimer Krankenhaus, das wie Benrath gerade an den Münchener Klinikbetreiber Sana verkauft worden ist. 21Prozent weniger Kinder kamen dort zur Welt. Gewinner seien vor allem die Häuser, die wie Kaiserswerth, Uniklinik und das Evangelische Krankenhaus neben Geburtshilfe auch eine Kinderklinik anböten, meint Geschäftsführer Horst Imdahl. Dennoch ist er optimistisch: „Letztes Jahr war es genau umgekehrt. Es geht bei uns bald wieder aufwärts.“
Vor Terminwünschen kaum retten kann sich dagegen das Düsseldorfer Geburtshaus. Fast um die Hälfte mehr Entbindungen verzeichnen die Geburtshelferinnen - immer mehr junge Frauen trauen sich, auf einen Aufenthalt im Krankenhaus zu verzichten. „Wir müssen alle ein bisschen mehr tun“, sagt Hebamme Isabelle Rosa-Bian, „unter Umständen bekommen wir sogar bald eine neue Kollegin.“ Denn Verstärkung können die Frauen vom Geburtshaus gut gebrauchen: Schließlich fallen derzeit zwei Kolleginnen aus - sie sind im Mutterschutz.
Weitere Fotos zu diesem Thema
Quelle: RP