Düsseldorf (RP) In ihrem Showroom an der Kaiserswerther Straße bieten Marco Rybinski und Jörn Meier hochwertige Marken an – von Westwood, Gaultier über Mugler bis McQueen. Von der Krise spüren sie wenig. Ihre Fachkunden gehen zwar nicht auf die Modemesse, bleiben dem Standort aber treu.
Haben in ihrer Modeagentur ein breites Angebot im gehobenen Segment: Marco Rybinski (links) und Jörn Meier. Foto: RP, Thomas Bußkamp
Im ersten Stock des Hauses an der Kaiserswerther Straße 117 geht es zu wie in einem Taubenschlag: Fachkunden, meist Frauen, schwirren durch die nach Marken geordneten Nischen; andere haben sich bereits entschieden, was sie nächsten Herbst und Winter in ihr Sortiment aufnehmen wollen, und sitzen an Tischen, um bei Häppchen und Latte macchiato die Ware zu ordern. Mittendrin die zwei Chefs der Modeagentur, Jörn Meier (42) und Marco Rybinski (40), die versichern, dass eigentlich wenig los sei, jetzt zur Mittagszeit.
Vor elf Jahren haben sich die beiden Modeagenten mit einem eigenen Showroom in Düsseldorf selbständig gemacht. "Angefangen haben wir mit Christian Lacroix und Paco Rabanne", sagt Meier. Danach ging's Schritt für Schritt weiter. Inzwischen bietet das Duo auf 700 Quadratmetern fast 20 Marken aus dem gehobenen Segment: Vivienne Westwood, Alexander McQueen, Gaultier, Thierry Mugler, Sonia Rykiel – wer in Deutschland oder Österreich Mode dieser Marken ordern möchte, kommt an Meier und Rybinski nicht vorbei. Den Facheinkäufern bieten sie ein besonderes Konzept: Für jede Marke wurden eigene Nischen abgeteilt, wo dann alle Kollektionsteile hängen. Zudem gibt's Strick, Pelz, Jeans und Accessoires. "Das ist wie eine eigene kleine Messe", so Meier.
Und das Konzept geht auf. Denn von Krise ist in diesem Showroom nichts zu spüren: "Es ist sogar ein bisschen mehr als sonst, weil wir diesmal bereits am Freitag mit dem Verkauf begonnen haben", sagt Rybinski. Bis Ende der Woche bleibt ihr Showroom durchgehend geöffnet, bis Ende März sind Nachorder-Termine geplant. Viele Kunden kombinierten aber hochpreisige Segmente mit den etwas günstigeren Zweitlinien. Berlin ist für die Einkäufer, die hierher kommen, kaum ein Thema. "Die meisten sagen, man könne dort sehr gut feiern, aber ihre Geschäfte machen sie nach wie vor in Düsseldorf."
Rybinski glaubt auch nicht, dass sich das ändert: "Der Fashion Square der Showrooms hier ist weltweit einzigartig. So kurze Wege hat man sonst nirgends." Das spart die kostbare Zeit der Einkäufer. Auch wenn seine Kunden nicht zu den Besuchern der CPD gehören, hält er die Modemesse für unverzichtbar: "Das gibt dem Modestandort Düsseldorf eine größere Wichtigkeit."
Kundinnen wie die Schwestern Hanim und Gülhanim Yücekaya, die seit 15 Jahren eine trendige Boutique in Essen betreiben, sehen das anders: "CPD – gibt's die überhaupt noch?", fragen sie erstaunt. Sie sind Stammkundinnen bei Meier und Rybinski, "weil sie gut auswählen und die Ware auch gut präsentieren". Hanim Yücekaya hat nur einen Wunsch: "Der Rhythmus der Kollektionen müsste sich dem Klimawandel anpassen und sich einen Monat nach hinten verschieben."
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Quelle: RP