Unfall bei Prinzenempfang: Lampensturz: Saal bleibt geschlossen
VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 14.01.2009 - 18:29Düsseldorf (RP) Die Bauaufsicht hat gestern den Kolpingsaal untersucht, in dem kurz vor dem Prinzenempfang der Düsseldorfer Jonges eine Lampenkonstruktion von der Decke gefallen war. Das Ergebnis: Das Unglück hätte jederzeit passieren können.
Kaum hatte sich der Heimatverein Düsseldorfer Jonges vom Schrecken des Dienstagabend erholt, folgte der nächste. Die Bauaufsicht der Landeshauptstadt stellte bei ihren Untersuchungen fest, dass sich der Unfall kurz vor dem Prinzenempfang des Vereins jederzeit hätte ereignen können - auch beim Einmarsch der Tollitäten vor dann rund 400 Zuschauern.
"Wir gehen im Moment davon aus, dass die Lampenkonstruktion nach dem heutigen Stand der Technik nicht fachmännisch angebracht wurde", sagte Karl-Heinz Schrödl, stellvertretender Leiter der Bauaufsicht. "Durch die Schwingungen und Erschütterungen der vielen Veranstaltungen im Saal, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Lampen herunterfallen." Dieses Problem habe allerdings weder seine Behörde noch der TÜV feststellen können, der im September die elektrischen Leitungen überprüft hatte.
Bauarbeiten beginnen heute
40 Minuten vor dem Prinzenempfang war ein Ring mit Neonröhren und Metallabdeckungen von der Decke gefallen. Einige Gäste schafften es noch rechtzeitig, sich unter Tische zu flüchten, vier Besucher erlitten durch herabstürzende oder splitternde Teile Prellungen und Platzwunden. Sie wurden im Krankenhaus behandelt, konnten dann aber nach Hause gehen.
Heinz Hesemann, der Vereinsfotograf der Düsseldorfer Jonges, entging einer Verletzung denkbar knapp. Er war gerade vom Stuhl aufgestanden, als die Lampen herunterkrachten. Dort, wo er eben noch gesessen hatte, stand nun ein zerschmetterter Stuhl.
Polizei und Feuerwehr sperrten den Saal noch am Dienstag, dies wird vorerst so bleiben. Die Bauaufsicht gibt den Saal erst frei, wenn der Betreiber (der Verein Katholisches Gesellenhaus, der Teil der Kolpingbewegung ist) die verbliebenen Lampen neu gesichert und dies den Behörden auch nachgewiesen hat. „Wir werden uns die Halterungen sehr genau ansehen. es gibt heutzutage Spezialdübel, die in der Betondecke des Saals besser zu verankern sind”, sagte Schrödl.
Der Verein Katholisches Gesellenhaus will heute morgen mit den Bauarbeiten beginnen, denn bereits am Sonntag ist die nächste Veranstaltung im Saal geplant. „Wir werden mit einer Hebebühne an die Lampen gehen und neu absichern”, sagte Hans-Bert Neuhausen, Geschäftsführer des Vereins. Parallel dazu werde der Saal von den Lampen- und Metallteilen befreit.
Die Düsseldorfer Jonges planen ihren nächsten Vereinsabend am 27. Januar. „Wir hoffen, dass der Saal bald wieder freigegeben wird, denn bis Mai wollen wir uns dort noch wöchentlich treffen”, sagte Jonges-Sprecher Werner Schwerter. Danach treffen sich die Vereinsmitglieder im neuen Henkelsaal in der Düsseldorfer Altstadt.
Karnevalsprinz Lothar I. glaubte die Nachricht vom Lampensturz zunächst nicht, als er sie hörte. „Die Jonges erreichten uns fünf Minuten vor einem Auftritt. Ich habe zunächst gedacht, die wollen uns ein bisschen ärgern.” Den ausgefallenen Empfang würde der Prinz gerne nachholen. „Ich wünsche mir, dass wir das noch machen, und bin sicher, dass das CC einen Weg findet. Dann könnten wir die Geschichte zumindest positiv abschließen.”
Hier sehen Sie Bilder, die kurz nach dem Unfall im Festsaal aufgenommen wurden.
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