Düsseldorf (RPO)
Am 3. Oktober kam die Komödie „Stellungswechsel“ in die deutschen Kinos. Ein Film über fünf Männer, die sich prostituieren, um ihre Haushaltskasse aufzubessern und dabei sogar eine Orgasmus-Garantie versprechen. Wie das mit dem vorgetäuschten Höhepunkt funktioniert, konnten die Kinobesucher am Freitag im Ufa-Palast erfahren, als die Filmcrew nach der Vorstellung auftauchte und Darsteller Gustav Peter Wöhler auf Zuschauerwunsch anfing zu stöhnen.
Die Geschichte klingt simpel. Fünf Münchner Freunde sind in Not. Frauenzeitschriftenredakteur Frank (Florian Lukas) hütet arbeitslos das Haus, Polizist Gy (Sebastian Bezzel) kämpft mit seiner zahlungsunwilligen Krankenkasse, Feinkostladenbesitzer Olli (Gustav Peter Wöhler) ist selbst sein bester Kunde und daher pleite. Auch bei Lasse (Kostja Ullmann) und Giselher (Herbert Knaup) sieht es nicht besser aus – bis ihnen ein genialer Einfall kommt: Sie gründen den „Deutsche Feinkost zum Anfassen“ getauften Escort-Service für Frauen und erfüllen der zahlenden Kundschaft jeden Wunsch.
Frei nach dem Motto „Besser Sex für Geld, als kein Geld und kein Sex“ geraten die fünf Männer am laufenden Band in peinliche, aber durchaus komische Situationen. Doch kommt auch der ernste Hintergrund der Geschichte nicht zu kurz, was die Zuschauer sehr zu schätzen wissen. Miriam Haller schaute sich die Komödie mit ihrer 15-jährigen Tochter Anja am Freitagabend an und war begeistert, wie einfühlsam sich der Film mit dem ernsten Thema auseinandersetzt: „Es gab viel zu lachen, aber nicht so viel Klamauk, wie erwartet. Ganz im Gegenteil. Der Film war hintergründig und ohne Witze, die nur unterhalb der Gürtellinie angesiedelt sind.“
Ihre Meinung teilte Miriam Haller am Freitagabend auch der Regisseurin Maggie Peren mit. Peren war gemeinsam mit drei der fünf Hauptdarsteller im Ufa-Palast am Düsseldorfer Hauptbahnhof und stellte sich nach der 20-Uhr-Vorstellung den Fragen der Zuschauer. Mit dabei waren auch die Darsteller Florian Lukas, Gustav Peter Wöhler und Kostja Ullmann. Und gleich die erste Frage aus dem Publikum brachte es auf den Grund: „Wie teuer seid ihr nochmal?“ Gustav Peter Wöhler antwortete prompt und machte, in von ihm gewohnt lässiger und lustiger Manier, einen Kostenvoranschlag für die gemeinsame Nacht. Mit inbegriffener Orgasmus-Garantie.
Schnell kam es zur nächsten Wortmeldung aus den Zuschauerrängen und eine Frau wollte, den im Film vorgetäuschten Höhepunkt von Gustav Peter Wöhler live sehen. Wöhler ließ sich erneut nicht lange bitten, zog seine Jacke aus, schloss die Augen und wedelte stöhnend mit seinen Armen, während die angereiste Film-Crew und der gesamte Kinosaal 8 sich vor Lachen kaum bremsen konnte.
Nach weiteren Fragerunden und einer Verlosungsaktion gaben Maggie Peren, Florian Lukas und Gustav Peter Wöhler eine Autogrammstunde und ließen sich auch zu kurzen Gesprächen ein. Dabei bekamen sie immer wieder zu hören, dass das problematische Thema Arbeitslosigkeit und Geldnot gut in die Komödie integriert wurde. „Der Film ist an einigen Stellen bedrückend und traurig. Mann kann aber trotzdem sehr gut und sehr viel lachen“, findet auch Anita Giersbach, während drei Jugendliche an ihr vorbeiziehen und laut feststellen: „Wenn wir mal unsere Freundinnen verlieren, dann wissen wir jetzt, wie wir zu Geld kommen.“
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