Düsseldorf (RP) Michael Engels pokert erst seit einem halben Jahr. Mit Ruhe und Disziplin hat sich der 31-Jährige für ein großes Finalturnier an der Algarve qualifiziert. Dort gibt es bis zu 21000 Euro Preisgeld.
In einem Online-Pokerraum hat der ehemalige Mathematik-Student und heutige Programmierer Michael Engels mit den Spiel angefangen. Foto: RP, A. Bretz
Jacket, Hut, Sonnenbrille: Fehlanzeige. Michael Engels passt äußerlich so gar nicht in das Klischee des typischen Pokerspielers. Allerdings: Gedanklich ist der 31-jährige Düsseldorfer seinen Gegnern meist einen Schritt voraus. Beispiel gefällig? Bei einem Turnier in Hilden qualifizierte sich der Software-Entwickler für den „Everest Poker European Cup“ in Portugal, einer Art Europameisterschaft für Amateurspieler.
An der Algarve (Vilamoura) erwarten Michael Engels am Wochenende nun sonnige Aussichten. „Ich werde den Strand und das Meer genießen und ganz locker in das Turnier gehen. Schließlich habe ich nichts zu verlieren“, betont der Hobby-Pokerspieler gelassen. Doch spätestens im Casino dürfte auch bei Michael Engels der Puls steigen. Schließlich winkt dem Sieger ein Preisgeld von 21000 Euro.
Die Strategie des Düsseldorfers: Gegner beobachten, vorsichtig spielen und gerade zu Beginn kein unnötiges Risiko eingehen. „Ich schaue mir in Ruhe an, wie sich meine Konkurrenten gegenseitig ausschalten“, verrät Engels mit einem Augenzwinkern.
Rückblick: Erst im Frühjahr entdeckte der 31-Jährige durch Zufall seine Pokerleidenschaft. „Ich war drei Wochen krank und habe mich aus Langeweile in einem Online-Pokerraum angemeldet“, berichtet der ehemalige Mathematik-Student. „Michael, du spielst dich um Haus und Hof!“, warnte ihn sein Freundeskreis. Vergeblich. Der Programmierer ließ sich nicht beirren, las fleißig Pokerliteratur und sammelte im Internet praktische Erfahrungen.
„Das Spiel vereint mathematische, psychologische und taktische Aspekte. Diese Komplexität macht für mich den Reiz des Pokerns aus“, erzählt Engels, der sich selbst als „Sport- und Spielefan“ bezeichnet. In Portugal geht der Düsseldorfer, gemessen an der starken Konkurrenz, eher als Außenseiter an den Start. Doch was, wenn ihm tatsächlich der große Wurf gelingt? Steht dann eine Luxusreise an, oder gönnt er sich ein neues Auto? Engels schmunzelt: „Zuerst wäre mal ein neuer Kühlschrank fällig.“
Quelle: RP