Düsseldorf (RP) Die Spekulationen, wer im Büro des Ausländerbeirats unter der Kennung des Vorsitzenden Ioannis Vatalis (SPD) auf Pornoseiten im Internet surfte, ziehen weitere Kreise: Die Spitzen der Ratsfraktionen fordern eine schnelle Klärung, damit der Ausländerbeirat keinen Schaden erleide.
Noch immer ist unklar, wer die Porno-Internet-Seiten besucht hat. Foto: ddp
Zwischen Mitte März und Juni war im Büro des Gremiums 78-mal eine Pornoseite aufgerufen worden, 75-mal mit den persönlichen Zugangsdaten von Vatalis. Der beteuert, es nicht gewesen zu sein, räumt aber ein, seine Kennung mehreren Beiratsmitgliedern zur Verfügung gestellt zu haben, damit sie zu flexiblen Zeiten junge Erwachsene mit Migrationshintergrund beraten konnten.
„Es ist klar, dass solche Dinge nicht vorkommen dürfen“, sagt Markus Raub, Vize-SPD-Fraktionschef. „Ich habe aber keinerlei Anlass an der Aussage des Vorsitzenden zu zweifeln.“ Vatalis sei gestern im Rathaus gewesen, um Akteneinsicht zu bekommen. Man habe ihm jedoch nur die Liste der Zugriffe ausgehändigt. „Aus Gründen der Waffengleichheit muss der OB die Akte zugänglich machen“, so Raub. „Ihm wurde die Liste mitgegeben“, bestätigt Stadt-Sprecher Kai Schumacher. Bis nächste Woche habe Vatalis Zeit, sich zu erklären.
„Der Ausländerbeirat ist ein sinnvolles Gremium“, sagt FDP-Fraktionschefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. „Um Schaden abzuwenden, muss Vatalis die Verantwortung übernehmen und herausbekommen, wer es war.“ Ähnlich argumentiert Günter Karen-Jungen (Grüne): „Es darf nicht passieren, dass über städtische Anschlüsse Pornoseiten heruntergeladen werden.“ Besonders engagiert zeigt sich in der Sache Junge-Union-Chef Pavle Madzirov, Chef der Jungen Union und Mitglied des Ausländerbeirats: „Die Darstellungen von Herrn Vatalis stimmen so nicht. Ich hatte keinen Zugriff auf seine Nutzungsdaten - und andere Beiratsmitglieder auch nicht.“
Quelle: RP