Düsseldorf (RP) Der neue Rektor der Heinrich-Heine-Uni, Hans Michael Piper, stellte sich gestern erstmals den Studenten vor. Bei der Vollversammlung sprach er von seinen Plänen. Einigen Studenten war er dabei zu wenig konkret. Aber die Bereitschaft zum Gespräch lobten sie.
Er setzt auf engen Kontakt zu den Studenten: Gestern stellte sich Hans Michael Piper bei der Vollversammlung der Studentenschaft vor. Der Hörsaal war nur zur Hälfte gefüllt. Seit Freitag ist der Mediziner aus Gießen offiziell der Rektor der Heine-Uni, am Montag trat er den neuen Job an.
Die Studenten reagierten mit gemischten Gefühlen auf die Neubesetzung des höchsten Amtes ihrer Uni. „Ich fand ihn sympathisch, aber er hat nicht viel von sich preisgegeben. Seine Antworten auf unsere Fragen waren sehr formal, diplomatisch“, fasste Philosophie-Student Hannes Foth seinen ersten Eindruck zusammen. Auch die Pläne Pipers seien schwammig geblieben. Er versprach, die Studienbedingungen an der Heine-Universität zu verbessern. Außerdem betonte er, die Hochschule brauche ein Profil. „Aber wie das aussehen wird, hat er nicht gesagt“, fand Hannes Poth. Auch Claudia Blatz hätte sich mehr Konkretes von ihrem neuen Rektor gewünscht. „Er ist sehr unbestimmt geblieben. Ich hätte auch gerne Genaueres über seine Vita gewusst.“
Positiv fiel den Studenten auf, dass Piper in seiner kurzen Rede gleich mehrfach betont hatte, dass er den engen Kontakt mit den Studenten wünscht. „Mir ist es wichtig, für die Studenten erreichbar zu sein. Ich will wissen, wo der Schuh drückt. Dafür werde ich auch eng mit dem Asta und anderen Studentenorganisationen zusammenarbeiten“, erklärte er.
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Antje Bretschneider, Studentin der Medienwissenschaften und Anglistik, sieht ihren neuen Rektor deshalb sehr positiv. „Ich finde, er hat sich gut vorgestellt, und er wird sich sicher sehr bemühen. Ich hoffe, er wird sich, anders als sein Vorgänger, auch wirklich regelmäßig mit dem Asta treffen.“
Optimistisch ist auch Physik-Student Tobias Löffler: „Ich finde die Gesprächsbereitschaft gut“, sagt er. Er hat gleich einen konkreten Vorschlag für einen guten Einstand des neuen Rektors unter den Physikern. „Die Verwaltung arbeitet zu langsam, damit sollte er sich beschäftigen. Für die Renovierung unserer Bibliothek wurden schon vor zwei Jahren Gelder bewilligt, aber passiert ist noch nichts.“
Die Bibliotheken sind auch für Claudia Blatz ein Anliegen. „Längere Öffnungszeiten und eine Aufstockung der Bestände sind nötig“, erklärt die 27-Jährige, die Französisch, Englisch und Deutsch auf Lehramt studiert. Mit ihrem Studium gehört sie an ihrer Uni zu einer aussterbenden Art. Das Lehramtsstudium wurde im vergangenen Jahr gestrichen. Blatz hofft nun, dass sie unter Piper ihr Studium noch beenden kann. „Es wäre gut, wenn ich meine Abschlussprüfungen noch in Düsseldorf machen kann. Es gibt schon Gerüchte, dass wir dafür nach Wuppertal müssen.“
Bibliotheken, überbelegte Veranstaltungen, vakante Professuren und die Umstrukturierung auf das Bachelor/Master System: Die Studierenden wissen, welche Themen wichtig sind. „Einige der Probleme der Uni kenne ich schon, andere noch nicht“, gab der neue Rektor zu. Das soll sich ändern.
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Quelle: RP