Erwin-Brücke: Rüttgers soll schlichten
VON JAN POPP-SEWING UND JÖRN TÜFFERS - zuletzt aktualisiert: 14.03.2009 - 13:26Düsseldorf (RP) Die Parteien in Meerbusch wehren sich vehement gegen die Umbenennung der Flughafenbrücke. Als vorerst letztes Mittel appellieren sie nun an den Ministerpräsidenten und erneut ans Verkehrsministerium. Auch über rechtliche Schritte wurde bereits nachgedacht.
Der. Streit um die Umbenennung der Flughafenbrücke zieht immer weitere Kreise. Einstimmig haben die Meerbuscher Ratsparteien eine Resolution an Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und den neuen Landesverkehrsminister Lutz Lienenkämper (beide CDU) verabschiedet. CDU, SPD, FDP und Grüne lehnen darin eine Umbenennung in Joachim-Erwin-Brücke ab und kritisieren scharf, dass sie im Vorfeld der Entscheidung nicht gehört worden sind.
Scharfe Töne kommen auch aus Düsseldorf: Der Landtagsabgeordnete Olaf Lehne (CDU), einer der Initiatoren für die Umbenennung, sagte der RP, er finde die Diskussion "langsam peinlich". Besonders gegenüber Joachim Erwins Witwe Hille sei dies unwürdig. Deshalb bedaure er, dass die Diskussion Züge angenommen habe, die er nicht habe absehen können. Die Vorstellung, dass am 20. Mai auf Düsseldorfer Seite die Umbenennung gefeiert, während am anderen Ende der Brücke dagegen demonstriert werde, könne keiner wollen. Als Rückzug wolle er dies aber nicht verstanden wissen. Er hoffe, dass Lienenkämper eine Lösung finde, schließlich handele es sich um eine Ehrung des Landes.
Eröffnung: Juni 2002 nach einem Volksfest
Länge: 1286,5 Meter
Breite: 38,5 Meter
Höhe der Pylone: Aus Rücksicht auf den Flughafen nur 32 Meter
Baukosten: 160 Millionen D-Mark
Namenswunsch der Bevölkerung vor der Eröffnung 2002:
"Niederrheinbrücke" (damals abgelehnt durch Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig).
Der kürzlich aus dem Amt geschiedene Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) hatte die Umbenennung als eine seiner letzten Handlungen verfügt, dies aber nur den Verantwortlichen im Düsseldorfer Rathaus mitgeteilt.
Erwins Name wird nicht genannt
Im Linksrheinischen hält man eine Umbenennung der A44- Rheinquerung, die je zur Hälfte auf Düsseldorfer und Meerbuscher Gebiet liegt, "weder für geboten noch für wünschenswert". Der Name von Düsseldorfs verstorbenem OB taucht in der Resolution nicht auf. Ein Kompromiss, den SPD, FDP und Grüne eingingen, um den Christdemokraten die Zustimmung zu ermöglichen. Meerbuschs SPD und Grüne hatten ursprünglich einen wesentlich schärferen Entwurf in Umlauf gebracht. Darin war davon die Rede, dass die Umbenennung "völlig einseitig, veranlasst durch Interessen gesteuerte Gruppen auf Düsseldorfer Seite" umgesetzt worden sei.
Das ist ein Seitenhieb auf Düsseldorfer CDU und Heimatvereine, die die Erwin-Brücke gefordert hatten. Das Schreiben erinnerte daran, dass es Brauch sei, "eine ausreichende Frist" nach dem Tod eines Prominenten abzuwarten, bevor man zur Ehrung schreite.
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) ließ inzwischen mitteilen, dass er den aktuellen Namen des 2002 eröffneten Bauwerks für "angemessen" hält. Der Joachim-Erwin-Brücke wolle er aber auch nicht im Wege stehen. Ob die Wittke-Entscheidung nun umgesetzt oder revidiert werde, müsse "innerhalb der Landesregierung geklärt werden".
In Meerbusch hoffen Erwin-Brücke-Gegner bereits, dass der neue Verkehrsminister, der auch Meerbuscher CDU-Chef ist, die Sache anders sieht als sein Vorgänger. Lienenkämper wollte sich zu der Frage aber nicht äußern. Dass er die von Wittke an Erwins Witwe Hille gegebene Zusage der Umbenennung zurückzieht, ist unwahrscheinlich.
Wahrlich ein ganz schlechter Scherz Ihre Aufzählung von Herrn Erwins ''Wohltaten'' ... Ohne den Goldesel Gewerbesteuer wäre Herr Erwin ein ebenso guter oder schlechter OB gewesen wie seine...
es geht doch garnicht um Erwin. Es geht darum, dass einige Provinzpolitiker meinen, jetzt vermeintliche ''Stärke'' oder wie immer man das bezeichnen mag, zu zeigen. Wie bereits dargelegt, habe...
... über Herrn Erwin herziehen und ihn schlecht machen: Sowas undankbares und scheinheiliges habe ich noch nicht erlebt. Sie ruhen sich auf einem Polster aus, was dieser Mann mit der CDU...
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