Griechen lernen in Baucontainern: Schüler streiken gegen Schulchaos
VON JULIA NAKÖTTER - zuletzt aktualisiert: 11.05.2007Düsseldorf (RP) Seit 22 Monaten lernen Jungen und Mädchen der Griechischen Schule in Baucontainern. Der starke Niederschlag der vergangenen Tage ließ sie voll Wasser laufen. Nun protestieren Eltern und Schüler gegen die feuchte Übergangslösung. Sie fordern von der Stadt neue Unterrichtsräume.
In großen Lettern prangt der Protest an den dünnen Außenwänden der provisorischen Klassenräume: „Schluss mit dem Unterricht in den Containern – Nun reicht’s!“ Mütter und Väter von 170 Schülern der griechischen Schule an der Essener Straße haben sich an diesem Morgen auf dem Schulhof versammelt, um ihrem Ärger Luft zumachen.
„Seit 22 Monaten warten wir auf Unterricht in den Schulräumen und nichts ist passiert“, sagt Elternsprecher Nikolaus Papadopoulus. „Stattdessen müssen unsere Kinder in feuchten Baucontainern lernen. Das lassen wir uns nicht mehr bieten.“ Die griechischen Mütter und Väter sind verärgert. Vorerst fällt – aus Protest – der Unterricht aus. „Heute betreten unsere Kinder die Container nicht“, ruft eine Mutter. „Dort wachsen Pilze und es stinkt.“ Und ein Lehrer erzählt: „Seitdem das Wasser in den Räumen steht, sind viele Schüler krank, haben Allergien und Grippe.“
Eigentlich sollten die Baucontainer nur eine Übergangslösung sein. Denn der Schulträger und Mieter der Klassenräume in Derendorf, das Griechische Generalkonsulat, hat bereits 2005 im Rathaus um eine Zusammenlegung der beiden Schulstandorte Essener Straße und Werstener Feld gebeten – ohne Erfolg. „Es war eine Geste guten Willens, dass wird der Katholischen Grundschule, die ebenfalls das Gebäude an der Essener Straße nutzt, drei Klassenräume überlassen haben“, sagt Rektorin Stavroula Kourtidou. „Die Stadt hat uns eine Zusammenführung der griechischen Schule zugesichert. Auf die warten wir seit zwei Jahren. Stattdessen gab es Baucontainer.“
Die starken Niederschläge der vergangenen Tage ließen sie und den Ärger der Eltern nun überlaufen. „Wir wurden an der Nase herumgeführt, rausgeschmissen und nun sollen wir dafür zahlen“, berichtet Nikolaus Papadopoulus, der sich auf die Verhandlung zwischen Konsulat und Stadt bezieht. „Erst wurde uns ein Bürogebaude am Flinger Richtweg angeboten, dann hieß es, die Räume müssten überarbeitet werden und das Generalkonsulat müsse mehr Miete zahlen“, erzählt der Elternsprecher. „Nun bietet man uns einen Neubau am Standort Wersten an, der dem griechische Staat jedoch ebenfalls teuer zu stehen kommen wird.“
Sollte es zu keiner Lösung kommen – am Mittwoch ist ein Gespräch zwischen Vertretern des Konsulats und der Stadt angesetzt – hält sich das Konsulat die Möglichkeit offen gerichtlich ein Hausrecht durchzusetzen. „Es gibt leerstehende Räume in der Albert-Schweitzer-Schule, die die Kinder anstatt der Container zunächst nutzen könnten“, sagt Papadopoulus. „Solange protestieren wir Eltern weiter.“
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