Düsseldorf (RP) Dichtes Gedränge herrschte gestern auf der Rheinuferpromenade zwischen Schlossturm und Landtag. Unter dem Motto „Macht Platz für Kinder“ feierten große und kleine Besucher Weltkindertag. Spiel, Sport und Spaß hieß die Mischung. Auch der Landtag öffnete seine Türen für den Nachwuchs.
Die beiden Freunde Benjamin und Lenhardt (v.l) sowie die Brüder Alykane und Ahonyo haben sich einen Platz in der ersten Reihe ergattert. Foto: RP, A. Bretz
Sein angebissenes Stockbrot, in Alufolie gewickelt, lässt Louis (5) nicht aus der Hand. Auch nicht, als er auf dem Stuhl neben der Landtagspräsidentin sitzt. Gemeinsam mit Schwesterchen Lea (4) wartet er darauf, dass sein Vater den Platz räumt, auf dem normalerweise Landtagspräsidentin Regina von Dinther sitzt.
Endlich darf Louis sich darauf setzen, und er blickt in den Plenarsaal. Kinder in seinem Alter haben das Parkett im Rund als Rutschbahn umfunktioniert. Den van-Dinther-Sessel findet er ziemlich bequem, aber er kann gar nicht verstehen, warum die Erwachsenen sich ständig fotografieren lassen und Probe sitzen auf einem anderen Stuhl - dem von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers.
Der Landtag hatte gestern, anlässlich des Weltkindertag-Festes für den Nachwuchs seine Türen geöffnet. Und die Kleinen strömten in Scharen ins Gebäude - an der Hand von Erwachsenen, die jede Menge Fotos schossen. Doch es gab viel mehr zu sehen. Unter dem Motto „Macht Platz für Kinder“ erstreckte sich die Party mit Büchermeile, Hüpfburg, Bühnen und rund hundert Buden vom Schlossturm bis zum Landtag. Auf der Unicef-Bühne gab’s Musik zum Mitsingen. „Ich hab ein Solo gehabt“, betont Jacqueline (7) von den Gospelkids, eine bunte, multi-kulturelle Truppe. Deren jüngsten Mitglied, Chris aus Ghana (3), freut sich, dass sein Auftritt vorüber und jetzt Zeit zum Spielen ist. Doch wo anfangen?
Diese Frage stellt sich für die Freunde Benjamin und Lenhardt (beide 6) nicht. Kaum angekommen, haben sie an der Bühne der Katholischen Kirche einen Platz ergattert und hören Joe Kiki und Musikern aus Togo zu. „Die finde ich richtig gut“, meint Benjamin, Lenhardt nickt. Die Jungs aus Unterbilk besuchen schon zum dritten Mal einen Weltkindertag.
Eine Stunde später stehen sie an einem großen Grill. Jeder einen langen Stock in der Hand, üben sie sich in Geduld, warten auf das heiß ersehnte Stockbrot - der Renner des Festes. 50 Kilo Hefeteig haben die Mitarbeiter vom Abenteuerspielplatz Garath zubereitet. „Nach zwei Stunden war die Hälfte weg“, sagt Klaus Steinheuer, der zum 26. Mal dabei ist, und die Stockbrot-Aufsicht hat. Flüsternd fügt er hinzu: „Wir haben die Portionen kleiner gemacht, damit es bis 18 Uhr reicht.“ Am Stand nebenan drängeln sich Jungs, um ihr Eisen zu schmieden. Die kleinen Mädchen stehen mit ihren Muttis einige hundert Meter weiter vor einem Kostüm-Zelt Schlange. Sie können sich in Vampire, Schmetterlinge und Ritter verwandeln. Doch die Mädchen wollen alle nur eines: Prinzessinnen werden. Zu Tausenden amüsierten sich gestern die Kinder auf dem großen Spielplatz, während die Eltern sich an zahlreichen Ständen über alles Wichtige rund ums Kind informieren konnten.
Quelle: RP