In Angermund: Waldorfschule wird eröffnet
VON JÖRN TÜFFERS - zuletzt aktualisiert: 06.07.2007 - 08:30Düsseldorf (RP) Noch vor zwei Wochen war der Start nach den Sommerferien fraglich. Das Konzept stand, Schüler und Lehrer waren da,allein das Schulgebäude fehlte. In Angermund ist die Elterninitiative schließlich fündig geworden.
An Fürsprechern fehlt es der Ganztags-Waldorfschule nicht. Jean Pütz beispielsweise. Der TV-Moderator und Wissenschaftsjournalist sagt: „Dass diese Schule altersgemäße Naturwissenschaften in Verbindung mit Naturerfahrung ab der 1.Klasse fördert, kann ich natürlich nur unterstützen.“ Schauspieler Kai Wiesinger („Kleine Haie“) schwärmt: „Wir brauchen viel mehr solcher Schulen, die eine Antwort auf die Bildungsmisere in Deutschland haben.“ Und Schwimmstar Christian Keller findet das Konzept gut, „weil es dort keinen Tag ohne Sport oder Bewegung geben und weil auf eine ausgewogene Ernährung geachtet wird“.
Bis vor zwei Wochen war es allerdings höchst unsicher, ob es bis zum Schulstart am 6.August überhaupt klappen würde. Das Konzept stand, die Lehrer waren da, Schüler wurden angemeldet - allein das Schulgebäude fehlte. Nach mehreren Absagen und Enttäuschungen haben die Initiatoren an der Wacholderstraße in Angermund Räume gefunden. Der frühere Verwaltungssitz von Infineon stand zwei Jahre lang leer. Die HVB Immobilien AG aus München hat der Elterninitiative das Gebäude angeboten, nachdem Mitinitiator Ralf Stifter wegen des ehemaligen Schlösser-Bürogebäudes angefragt hatte. „Christoph Wendel von HVB sagte mir dann: ,Wir haben noch was Besseres für Sie!’“
Seit einer Woche richtet die Elterninitiative, die seit 2004 bereits die Kindertagesstätte „Die Zaunkönige“ betreibt, in viel Eigenarbeit und mit Hilfe von Handwerkern die künftige Schule ein. Morgen haben Interessierte die Gelegenheit, die Ganztags-Waldorfschule zu besichtigen. Ein solches Kennenlern-Fest war bereits für Anfang Mai vorgesehen. Damals allerdings am Flinger Richtweg. Das Gebäude hatte die Stadt vermittelt, dann gab’s aber Probleme mit dem Brandschutz.
Danach vermittelte CDU-Ratsherr Alexander Fils Kontakt zu den niederländischen Investoren für den Umbau der Reitzenstein-Kaserne. Doch es kam nur zu einem Treffen. Die Zeit drohte den Initiatoren davonzulaufen; verunsicherte Eltern haben ihre Kinder an anderen Schulen angemeldet. 48Kinder sind geblieben, verteilt auf die Klassen 1 bis 5. „Es dürfen gerne mehr werden“, sagt Stifter. Der Schulbetrieb mit zehn Lehrern sei aber auf jeden Fall gesichert. Auch dank der Stadt, betont der Sprecher der Elterninitiative. Sie habe unbürokratisch die Nutzungsänderung des Gebäudes ermöglicht. Und auch eine andere Hürde wurde genommen: Der Waldorfverband hat die Gründungsinitiative offiziell als Schule aufgenommen.

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