Düsseldorf (RP) In der Nacht zu Freitag erfuhr die Polizei von einem Roulettespiel in einer Wohnung in der Innenstadt. Die Beamten stellten das Spielgerät sicher. Untermieter der Wohnung ist Mehmet K., der erst am 8. Oktober wegen illegalen Glücksspiels verurteilt worden ist - auf Bewährung.
Nach Schätzungen der Krimnialermittler hat sich der Roulettetisch in wenigen Wochen bezahlt gemacht. Foto: AP
Eine Million Euro Umsatz hatte der 45-jährige Mehmet K. mit einem illegalen Casino an der Charlottenstraße gemacht. Fahnder kamen ihm auf die Spur, im Oktober kam es zum Prozess. Das Urteil: sechs Monate auf Bewährung. Seit gestern ist Mehmet K. wieder Gesprächsthema bei der Kripo. Er ist Untermieter einer Wohnung an der Bismarckstraße, in der ein illegaler Rouletteautomat sichergestellt wurde. Die Bundespolizei hatte in einem Ermittlungsverfahren um Unterstützung gebeten.
Das Gerät, das in der Wohnung in einem Mehrfamilienhaus beschlagnahmt wurde, ist in der Glücksspielszene Standard: Acht Leute haben daran Platz, geben zu Beginn einige hundert Euro Einsatz beim Betreiber ab, spielen dann um Punkte. Wer gewinnt, erhält am Ende des Abends Bargeld, der Verlierer bekommt kein Geld zurück. Profiteur der Spielrunde ist auf jeden Fall auch der Betreiber: Er erhält von allen Spielern eine stattliche Provision. Viele Asiaten aus Thailand, Korea oder Vietnam, die in Düsseldorf leben, lieben diese Art des Spielens, sind Stammgäste in den Lokalen.
Eine andere Gruppe sind - neben anderen Nationalitäten - Türken, Kurden oder Libanesen, die sich mehr dem Pokern verschrieben haben. Genau sie waren es auch, die sich am Dienstag auf dem Fürstenwall eine tumultartige Auseinandersetzung geliefert haben. Seitdem wird in der Stadt diskutiert: Muss man sich in einem Stadtteil gefallen lassen, dass immer mehr solcher Treffs eröffnen? Muss nicht die Politik strengere Regeln aufstellen?
Für die Polizei ist - nicht erst seit dieser Woche - klar, dass der Kontrolldruck auf die illegalen Clubs erhöht werden muss. In der Wohnung trafen die Beamten keine Personen an. „Die Tageszeitungen und der Zigarettengeruch deuten auf einen aktuellen Spielbetrieb hin“, so ein Polizeisprecher. Mieter der 90 Quadratmeter großen Wohnung ist ein 26-Jähriger, der wiederum hatte den vorbestraften Mehmet K. als Untermieter im Vertrag. Dem jungen Mann wurde gestern die Wohnung fristlos gekündigt, gegen den 45-Jährigen wird jetzt erneut ermittelt.
Quelle: RP