60-Jahre-NRW-Fest: Heino sang NRW zum Geburtstag ein Ständchen
JULIA KRANZ - zuletzt aktualisiert: 29.08.2006 - 16:39 Düsseldorf (RPO)
Burgplatz, 14.02 Uhr. Es ist warm, die Sonne blitzt hinter den grauen Wolken hervor. Oberbürgermeister Erwin und Ministerpräsident Rüttgers eröffnen offiziell das NRW-Fest. „Wir sollten ein bisschen stolzer vertreten, was wir allesGutes in NRW haben“, sagt Rüttgers. Von Seiten des Publikums gibt’s Applaus. Als Landeshauptstadt solle Düsseldorf Lokomotive des Landes sein, findet OB Erwin. Moderator Manfred Erdenberger fragt den OB nach seinem Lieblingsplatz in Düsseldorf. „Das Rheinufer bei Abenddämmerung“, antwortet der Oberbürgermeister prompt. Nach der Talk-Runde singt der Paternoster-Gospelchor aus Düsseldorf-Eller auf der Hauptbühne. Hernach steht die Jazz-Combo „Bob-Cats“ aus dem Bergischen im Rampenlicht.
Rheinuferpromenade, 14:45 Uhr. Auf der über zwei Kilometer langen Feiermeile herrscht dichtes Gedränge. Menschen flanieren vorbei an Info-Ständen, Heimatvereinen und Büdchen - mit Bratwurst oder Eis in der Hand. Viele machen Fotos. Ballons in den landesfarben NRWs zieren die Rheinuferpromenade.
Alter Hafen, 15:58 Uhr. Ein Militärhubschrauber fliegt dröhnend über die Köpfe des Publikums, die auf das nächste Lied des Jugendorchesters warten. Kurzes Entsetzen: Die Musik setzt aus. Ein kleiner Junge sagt: „Der flog voll tief“. Dann wenden sich die Köpfe der Zuschauer wieder den jungen Musikern zu. Die setzen enthusiastisch zu „Oye como va“ von Santana an, halten aber in den Augenwinkel Ausschau nach dem Helikopter, der über dem Rhein eine Übung fliegt.
Rathausplatz, 16.08 Uhr. Auf der Bühne vor dem Jan-Wellem-Reiterdenkmal präsentiert sich die Prinzengarde Blau-Weiß. Tanzmariechen Tanja Schulze begeistert mit Radschlägen und erntet mit ihrem Können Bravo-Rufe von den Zuschauern. Für die Dinge, die ihm am Herzen liegen, engagiert sich Engelbert Oxenfort. Ganz besonders für den Karneval. „Heute feiern wir Nordrhein-Westfalen. Aber am 11.11 möchte ich euch hier als Karnevalisten wiedersehen“, sagt Oxenfort, Präsident des Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) von der Bühne zu den Menschen, die zahlreich erschienen sind.
Burgplatz, 16.18 Uhr. „Heino, Heino“-Sprechchöre schallen über den Platz. Dichtes Gedränge, ein Durchkommen zur Bühne ist kaum drin. In der ersten Reihe: Keine Teenies, sondern ältere Semester. „Ich bin wegen Heino zum NRW-Fest gekommen“, erklärt Friedhild Bolz aus Wuppertal. Um 16.30 Uhr hat das Warten ein Ende. Die neunköpfige Band legt los. Laute Beats und treibender Bass – das klingt gar nicht Heino-typisch. Sehr Heino-typisch hingegen ist Heino selbst. Der Entertainer (rotes Samtsakko, platinblondes Haar und – na klar – dunkler Sonnenbrille) erklimmt die Bühne. Von da an ist Kollektiv-Schunkeln angesagt. Party-Stimmung auf dem Burgplatz. Nach dem ersten Lied gibt’s Jubel und wohlwollende Pfiffe für den Schlagersänger. „Düsseldorf am Rhein“ steht ganz oben auf seiner Set-Liste. Die Stimmung ist super, das Publikum amüsiert sich. „Ich bin ein Düsseldorfer“, verkündet Heino, der sich freut, in seiner alten Heimatstadt aufzutreten. Am Bühnenrand steht Hannelore und schunkelt mit. „Das hat doch was, Heino auf dem Burgplatz“, sagt Johannes Blomen aus Düsseldorf-Pempelfort, der sich eigentlich nicht als Heino-Fan outen wollte. „Das gefällt uns Düsseldorfern eben“, grinst Blomen und schunkelt weiter.
RP-Podium im Stadttor, 18.16 Uhr. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, Christoph M. Schmidt (Vorsitzender des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung), Mathias Bucksteeg (Prognos-Direktor), Reiner Klingholz (Vorsitzender Berlin-Institut) und Norbert Bude (Oberbürgermeister Mönchengladbach) debattieren über das Thema „Die Zukunft des Landes - NRW 2046“. Sven Gösmann, Chefredakteur der Rheinischen Post, moderiert die ernste Talk-Runde. Um 19.11 Uhr steht im Stadttor eine Weltpremiere an. Wolfram Goertz, Musikredakteur der Rheinischen Post, nimmt am Flügel Platz und stellt die von ihm komponierte Melodie der NRW-Hymne vor. Sebastian Klein, Kantor der Düsseldorfer Neanderkirche, singt eine Auswahl der bislang über 700 von Lesern eingesandten Textvorschlägen und Dichtungen. Bei der dritten Strophe summt das Publikum mit.
Rathausplatz, 22.26 Uhr. Gleich ist Schluss mit „Alt Schuss“. Die Düsseldorfer Band beendet das lange Samstags-Programm auf dem Rathausplatz. Das Jan-Wellem-Reiter-Denkmal wird leicht angestrahlt, der Platz ist schummrig beleuchtet. Die Menschen stehen in Grüppchen zusammen, Altbier fließt in Strömen. Die Sieben-Mann-Combo stimmt „Weil ich ein Düsseldorfer bin“ an. Und muss Gas geben, ihre Spielzeit auf der Bühne endet schon um 23 Uhr. In den Gassen der Altstadt wird nach dem Konzert weitergefeiert.
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