Düsseldorf (RP) Die Neuordnung der Machtverhältnisse in der CDU-Fraktion laufen nicht so glatt und geräuschlos ab, wie es sich die Verantwortlichen erhofft haben. Nicht Andreas Hartnigk, der Wunschkandidat des neuen Fraktionschefs Friedrich G. Conzen, sondern Rüdiger Gutt wurde als neuer dritter Fraktionsvorsitzender gewählt. Der Umweltexperte setzte sich in einer Kampfabstimmung mit 19:15 Stimmen gegen Hartnigk durch.
Für den Unterlegenen blieb nur ein Platz im erweiterten Vorstand. Damit erlebte Conzen eine Woche nach seiner Wahl zum starken Mann der Unionsfraktion einen ersten Dämpfer.
Für Hartnigk sollte die Wahl zum Fraktionsvize ein Zwischenschritt auf dem Weg an die Spitze der CDU-Ratsgruppe sein. Denn nachdem der bisherige Vorstand Dirk Elbers zum Oberbürgermeister gewählt worden war, war Conzen aufgerückt – mit Gedankenspielen, dass nach der Kommunalwahl im kommenden Juni ein Generationswechsel eingeleitet werden würde. Auch für den Job als Elbers-Nachfolger war Hartnigk schon gehandelt worden. „Ich habe diese Entscheidung zu akzeptieren und kritisiere sie nicht“, sagte der Rechtsanwalt, nachdem in der vergangenen Woche die Entscheidung zugunsten von Conzen gefallen war.
Gutt ist schon länger dabei
Hartnigks Makel: Er sitzt erst seit 2004 im Rat, gilt als Ziehsohn des verstorbenen Oberbürgermeisters Joachim Erwin. Die Kritik: Er hat bisher nur wenig Erfolge vorzuweisen, zählt in der Fraktion nicht gerade zu den Wortführern. Gutt dagegen sitzt schon seit 1994 im Rat, war bereits einer von drei Stellvertretern neben Hildegard Kempkes und Wolfgang Janetzki. Er sei einfach dran, sagt ein Fraktionsmitglied. Der Umweltpolitiker habe viel für die Fraktion getan.
Ein Special zur Oberbürgermeister-Wahl lesen Sie hier.
Quelle: RP