Baumberg (RP) Am Wochenende tagte die Kreissynode in Leichlingen. Auch die Baumberger Pfarrerin Annemarie Becker war vor Ort. Mit der Bezirksbeauftragten für die Berufsschulen sprach RP-Redakteurin Stefanie Mergehenn über die Auswirkungen der Beschlüsse.
Frau Becker, welches wesentliche Fazit ziehen Sie aus der Synode?
Becker Dass die Beschlüsse zur notwendigen Strukturreform im Grunde das beinhalten, was die Kirchenordnung schon längst vorgesehen, aber nicht praktiziert hat – nämlich eine intensivere Kooperation zwischen den Ortsgemeinden und dem Kirchenkreis Leverkusen.
Wer profitiert davon?
Becker Wenn der Blick auf die Nachbargemeinden geschärft wird, können Synergieeffekte genutzt werden, beispielsweise im Bereich der Kinderarbeit und der Kirchenmusik. Zudem wurde die Beratungsmöglichkeit des Kirchenkreises erweitert. Er kann also schneller eingreifen, wenn Gemeinden Beschlüsse fassen, die nicht gut sind – wie jetzt in Wuppertal alle A-Musikerstellen vernichtet wurden.
„Kostensenkung“ lautet derzeit die oberste Bekenntnisformel. Was für Auswirkungen hatte das bislang auf die Baumberger Gemeinde?
Becker Wir mussten bereits etliche Abstriche im Personalbereich machen: Eine Hauswirtschafterin wurde gestrichen, immer mehr Pfarrsekretärinnen werden abgebaut. Überdies haben wir auch eine halbe Pfarrstelle verloren.
Superintendent Loerken forderte auf der Synode eine geistliche Profilierung nach dem Motto: „Wo evangelisch draufsteht, muss auch Evangelium erfahrbar sein.“ Was bedeutet das für Ihre Arbeit am Berufskolleg Opladen?
Becker Als Religionslehrerin arbeite ich dort im Klassenverband, weil es zur Zeit zu wenig katholische Kollegen gibt. Das heißt, dass ich nicht nur evangelische Schüler habe, sondern auch Katholiken, Konfessionslose oder Moslems. Ich möchte den jungen Leuten nahe bringen, dass Religion keine Privatsache ist, sondern auch im Berufsleben erfahrbar sein sollte. Da gibt es unterschiedliche Anknüpfungspunkte wie das Selbst- und das Menschenbild, Kollegialität, die Heiligung des Feiertages oder auch eine Gerechtigkeit im Sinne der Lohnpolitik. SeiteC3
Quelle: RP