Langenfeld (RP) Langenfelds Stadtbibliothek ist jetzt auch im Obergeschoss renoviert. 250 000 Euro kostete die Modernisierung, die den Besuchern vor allem eine bessere Ausleuchtung der Regale beschert. Gestern war offizielle Wiedereröffnung.
"Siehst du, Magnus: Die Leuchten sind jetzt ideal über denjenigen angebracht, die vorm Regal nach einem Buch suchen": Bibliotheksleiterin Martina Seuser gestern im renovierten Obergeschoss mit Bürgermeister Staehler. RP-Foto: Matzerath
Bernd Roßenbruch ist Stammgast in der Stadtbibliothek. "Ich komme seit mehr als zehn Jahren monatlich hierher", sagt der Reusrather. Gestern war er einer der ersten, die das frisch renovierte Obergeschoss der Bücherei testeten. Bücken muss sich der 54-Jährige zwar noch immer, um an bestimmte Wälzer ranzukommen (das bleibt nicht aus bei Regalen, die bis zum Boden reichen), doch zum Entziffern der Buchrücken braucht er jetzt nicht mehr den Rücken krumm zu machen. "Es ist so hell geworden", schwärmt Roßenbruch und greift einen Toskana-Führer für die bevorstehende Urlaubsreise aus dem untersten Bord.
"Da war's vorher stockfinster"
Info
Stadtbibliothek
Gegründet 1903; seit '89 im Komplex Stadthalle/Kulturzentrum.
Medien: knapp 58 000.
Leseausweis-Inhaber: 5700.
Besuche (2008): 150 000.
Ausleihen (2008): 309 000.
Mitarbeiter: 12 auf 9 Stellen.
Öffnungszeiten: Montag geschlossen, Dienstag: 9-19 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 14-19 Uhr, Freitag 9-19 Uhr, Samstag 10-14 Uhr.
Kontakt: Hauptstraße 131, % 794944, Fax: 794945, stadtbibliothek@langendfeld.de
www.stadtbibliothek-langenfeld.de
"Gerade in der Reise-Abteilung war es zum Teil stockduster", räumt Bibliotheksleiterin Martina Seuser ein, was der 53-Jährigen um so leichter fällt, da dies jetzt der Vergangenheit angehört. Etwa 350 Deckenleuchten haben Handwerker während der Sommerferien im Obergeschoss installiert, die meisten mit Tageslicht-Qualität. "Dadurch entfällt der unschöne starke Übergang von dem Licht, das durch die Fenster hereinfällt, zum schwächeren Kunstlicht", freut sich Seuser. Noch vorteilhafter sei die neue Positionierung der Leuchten genau über dem Bereich unmittelbar vor den Regalen: "Dadurch stehen sich die Leser nicht mehr selbst im Licht".
Besser ausgeleuchtet ist jetzt auch der Raum vor der Informationstheke und den Musik-CDs, wo Ausstellungen und Lesungen stattfinden. "Wie auch im Treppenaufgang können wir die Exponate und Vortragenden jetzt punktgenau ausleuchten", sagt die Bibliothekschefin. Noch mehr fällt über der Info-Theke die leicht abgehängte segelförmige Lochdecke auf. "Sie schluckt mehr Schall als ihre Vorgängerin, so dass es hier deutlich leiser geworden ist."
250 000 Euro hat sich die Stadt die Renovierung kosten lassen, mit der der 20 Jahre alte Bibliotheksbau – nach der Modernisierung des Erdgeschosses 2007 – nun komplett auf dem Stand der Zeit ist. Die Mittel flossen neben dem Lichtsystem unter anderem in einen neuen, türkisfarbenen Teppich sowie in einen Wandanstrich, überwiegend in Weiß, teils aber auch in Türkis ("Tibetische Jade"). "Das, was wirklich teuer war, steckt jedoch in der Decke", berichtet Wolfgang Hellekes vom städtischen Gebäudemanagement. So seien etwa fünf Kilometer Leitungskabel für Elektrik und EDV verlegt und eine neue Brandmelde-Anlage eingerichtet worden.
Zwei Monate haben die Umbauarbeiten gedauert – bei laufendem Betrieb im Erdgeschoss. "Obwohl die Hälfte des Hauses und der Medien nicht zugänglich war, hatten wir immerhin ein Drittel der Besucher wie in normalen Sommermonaten", sieht Seuser die Strategie, nicht komplett zu schließen, um so möglichst wenig Kunden zu verlieren, als gelungen an. "Großen Dank an unsere Besucher, die Staub und Lärm geduldig ertragen, etwa Zeitungen noch im Halbdunkel gelesen haben", meint die Chefbibliothekarin. "Auch der Aufruf, viele Medien aus dem Obergeschoss auszuleihen, damit die Möbelpacker möglichst wenig Bücher auszulagern brauchen, wurde beherzigt – der Romanbereich zum Beispiel war praktisch leer."
Vor der offiziellen Eröffnung mit Bürgermeister Magnus Staehler griff Seuser gestern selbst zum Staubsauger, um schnell noch ein paar Krümel vom Teppich zu holen. Und sagte augenzwinkernd: "Das hat uns die tolle Beleuchtung natürlich ebenfalls beschert: Wir werden jetzt öfter wischen müssen, denn auch den Staub sieht man jetzt besser!"
Quelle: RP