Erkrath (RP) Auf dem Grundstück des abgerissenen alten Hallenbades an der Bismarckstraße wurde Richtfest gefeiert.
37 Wohnungen entstehen, sie werden mit Erdwärme aus 100 Meter Tiefe beheizt.
Unter dem Richtkranz für die Neue Mitte Erkrath (v.l.): Bauherr Hasso von Blücher, Bürgermeister Arno Werner, Constanze Paffrath, Georg Krautwurst (Blücher GmbH) und Projektarchitekt Robert Tyborski. RP-Foto: Dietrich Janicki
Richtfest feierten die Leute vom Bau gestern nachmittag auf dem Grundstück Am Brockerberg an der Bismarckstraße, wo in den letzten Monaten der erste Bauabschnitt der Neuen Mitte Erkrath in die Höhe gewachsen ist.
Investor Hasso von Blücher begrüßte die Gäste, darunter Bürgermeister Arno Werner und Vertreter der Ratsparteien. Werner gab seiner Freude Ausdruck, dass die neuen Häuser so schnell wachsen. „Es ist schön, wenn ein neues innerstädtisches Quartier entsteht.“
Er nahm Stellung zu der laut gewordenen Kritik, die Häuser wären für Erkrather Verhältnisse zu hoch. „Wir sind im Zentrum einer zwar kleinen Stadt, aber einer Stadt“, sagte der Bürgermeister. Die Bismarckstraße sei keine Ortsrandlage und biete damit die Vorteile eines Stadtzentrums: Alles, was wichtig ist, kann man schnell erreichen – ohne Auto. Und Innenstädte müssen daher nun einmal verdichtet bebaut sein. Er wünsche sich, dass der Innenausbau ebenso schnell vorangeht wie der Rohbau.
Info
Wohnen an der Düssel
Grundsteinlegung für „Das Quartier“ auf dem Gelände des abgerissenen Schwimmbades war am 23. März 2007.
Ende April 2008 sollen die Wohnungen und Einfamilien-Häuser bezugsfertig sein.
Gebaut werden am Ufer der Düssel 21 Reihenhäuser und drei Mehrfamilienhäuser, insgesamt 37 Wohneinheiten.
Bezugsfertig im April
Dessen ist sich Projektleiter Ludwig Schmitz von der Grevenbroicher Firma Josef Pick Bauunternehmen GmbH sicher. Der Projektleiter des Generalunternehmers bestätigte gestern, das Vorhaben liege im Zeitplan und werde Ende April wie vorgesehen bezugsfertig sein.
Der schnelle Baufortschritt ist umso bemerkenswerter, als die Bauleute einen schwierigen Grund vorfanden. 1500 Kubikmeter Beton mussten ins Erdreich eingebracht werden, um ein tragfähiges Fundament für die Häuser zu bekommen, berichtete Schmitz. Derzeit laufen auch noch die Pumpen, die das Grundwasser mit 15 Litern pro Sekunde aus der Baugrube in die Düssel schießen lassen. Werden sie demnächst abgestellt, steigt der Wasserspiegel wieder an – bis auf ein Meter unter Geländeniveau. Damit die Keller trocken bleiben, werden im Fachjargon so genannte „weiße Wannen“ gebaut.
Beheizt werden die Häuser mit Erdwärme. An der Bismarckstraße entsteht die größte Wärmepumpe, die bis dahin in Deutschland gebaut wurde, sagt Schmitz. Um die Heizenergie aus dem Erdreich zu gewinnen, wurden 24 Bohrungen in jeweils 100 Meter Tiefe abgeteuft, erzählt der Projektleiter. Damit wird das Wärmeleitmittel 2,4 Kilometer durch das Erdreich gepumpt. Berechnungen hatten Erdwärme als kostengünstigste Lösung für die Beheizung der Häuser ergeben.
Die Untergeschosse der Wohnsiedlung sind verkleidet mit dunkelrotem Wittmunder Klinker, einem besonders hart gebrannten, hochwertigen Stein. In den oberen Bereichen erhalten die Häuser weißen Dämmputz.
In Ermangelung eines Zimmermanns (die Häuser haben keinen Dachstuhl) stimmte Schmitz selbst den Richtspruch an: „Die Feierstunde hat geschlagen. . .“
Quelle: RP