Erkrath (RP) Seit einem Unfall sieht Britta Neumärker meistens Doppelbilder. Ihr Leben ändert sich dramatisch und die Malerei wird zu ihrem neuen Schwerpunkt. Nun wird sie mit dem „Euro-Ehrenpreis für Kunst und Kultur“ ausgezeichnet.
„Farbenspiel in Rot“ nennt Britta Neumärker die Arbeit, die sie auf dem Foto in der Hand hält. Kunst ist für sie nach einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe „die Vermittlerin des Unaussprechlichen“. RP-Foto: Achim Hüskes
Die Erkratherin Britta Neumärker freut sich über den „Euro-Ehrenpreis für Kunst und Kultur“. Die Auszeichnung wurde ihr für „hervorragende künstlerische Leistungen“ vom Europäischen Kulturkreis und der Galerie „Kleiner Prinz“ in Baden-Baden verliehen. Sie bezieht sich auf Wandobjekte in Aluminiumdesign, die Britta Neumärker, Künstlername Pilbri, 2007 als „Kunst in Modulen“ entwickelt hatte.
Jedes Modell ein Unikat
Grundlage der „Pilbri-Designlinie“ sind mit Aluminium beschichtete Platten, die mit verschiedenen Techniken und Materialien behandelt und kombiniert werden. Dabei entsteht aus jedem Modul ein abstraktes Unikat. Mit ihrer Bearbeitung gibt Britta Neumärker dem kühlen Metall eine warme, lebendige Ausstrahlung. „Ich liebe dieses Material.
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Ausstellung in Hilden
Die Ausstellung „Wenn Augen anders sehen“ wird am 24. Oktober um 19 Uhr im Haus Hildener Künstler, Hofstr. 6, eröffnet und ist bis zum 2. November zu sehen.
Öffnungszeiten: Sa. und So. 14-18 Uhr, Mi. und Fr. 17-19 Uhr.
Es nimmt die Farben seiner Umgebung auf und reflektiert sie“, so die Künstlerin. Zwischen den farbigen Wachs-, Acryl- oder Strukturfarbschichten scheint das Aluminium immer wieder hervor und verleiht den Wandobjekten bei Lichteinfall eine besondere Leuchtkraft. Durch breite, matt gebürstete Aluminiumrahmen wird ihr edel-dekorativer Charakter noch verstärkt.
„Die Module eignen sich deshalb besonders für repräsentative Empfangsräume, Büros oder Hotels“, erklärt Britta Neumärker, die bereits etliche Unikate dieser Art verkauft hat. Zur Zeit bereitet sie sich mit Hochdruck auf ihre Ausstellung im Haus Hildener Künstler ab dem 24. Oktober vor.
Der Titel wird dann „Wenn Augen anders sehen“ lauten. Seit einen Unfall in 2003 sieht Britta Neumärker nämlich meistens Doppelbilder. Ihren Beruf im Marketing nach ihrem Jurastudium konnte sie nicht mehr ausüben. Nur mit extremer Anstrengung gelingt es ihr heute, sich auf ein einziges Bild zu konzentrieren. Ihr Leben änderte sich dramatisch und die Malerei wurde zu ihrem neuen Schwerpunkt. Inzwischen arbeitet sie als freischaffende bildende Künstlerin. Für Kunst interessiert sie sich schon seit dem 15. Lebensjahr.
Ihre verschiedenen Maltechniken im Umgang mit Aquarellfarbe und Ölkreide hatte sie bereits bei dem studierten Kunstlehrer Willi Theimann erlernt. Im Selbststudium und in mehreren Workshops eignete sie sich weitere Techniken an und vertieft ihre Kenntnisse fortlaufend. Die Arbeiten sind Teil ihrer Gedanken- und Gefühlswelt und schließen auch politische und soziale Inhalte ein.
Raum für Interpretationen
Die gemeinsam erarbeiteten Themen in der Erkrather Künstlergruppe KuEr greift sie dabei gerne auf, lässt dem Betrachter ihrer Werke aber stets Raum zur eigenen Interpretation. Kunst ist für sie nach einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe „die Vermittlerin des Unaussprechlichen“. Bei der Darstellung von Gegenständen beschränkt sie sich oft in Anlehnung an Impressionismus und Expressionismus auf das jeweils Wesentliche.
Quelle: RP