Ratingen: Unterwegs mit der Post
VON IRIT BAHLE - zuletzt aktualisiert: 01.11.2008Ratingen (RP) Elisabeth Bauer-Christian gewann bei einer Verlosung der Post und der RP und durfte einen Brief an die Freundin vom Einwurf in Lintorf bis zu Übergabe in Wilnsdorf persönlich begleiten. Besonders beeindruckt war die Gewinnerin von den Maschinen und der Logistik.
Wie lange braucht ein Brief von Ratingen nach Wilnsdorf? Er braucht zwölf Stunden. Das konnte Elisabeth Bauer-Christian diese Woche selbst erleben. Sie nahm an einer Verlosung der RP und der Post teil und gewann: Sie durfte einen Brief auf seinem Weg zum Adressaten begleiten, von Briefkasten zu Briefkasten durch Sortieranlagen und Briefträgertaschen.
„Als ich den Artikel las, wusste ich sofort, die warten nur auf mich“, sagt die Gewinnerin, gerade erst von ihrer Postreise zurückgekehrt. Und die fing am Mittwochabend vor einem Lintorfer Briefkasten an. Dort warf Bauer-Christian den Brief an die Freundin in Wilnsdorf ein und begleitete ihn von da an von der Entleerung bis zur Übergabe: Sie folgte ihrem gelben Umschlag nach Langenfeld ins Briefzentrum für den Bereich Düsseldorf.
30 000 Briefe pro Stunde
„Man kann sich gar nicht vorstellen, wie groß das ist“, sagt die Briefträgerin auf Zeit über die 200 Meter lange Halle. Besonders habe sie über die Maschinen und die logistischen Leistungen, zum Beispiel der Briefordnerei oder der Stempelei gestaunt. Dort würden bis zu 30 000 Briefe in der Stunde gestempelt, so Postsprecher Friedrich Buttgereit, der die Gewinnerin begleitete.
Die konnte dann noch einen Blick ins Innere der Maschine werfen: „Das ging so schnell, ich habe die Briefe kaum durchflitzen sehen“, sagt sie. Das Prozedere durch die verschiedenen Stempel- und Sortiermaschinen habe der Brief innerhalb einer halben Stunde durchlaufen, so Buttgereit. Danach ging er versandfertig weiter nach Freudenberg ins Briefzentrum.
Ankunft um kurz vor Sechs. „Ich war sehr gespannt, ob der Brief auch angekommen ist – und er war da“, sagt Bauer-Christian. Nach drei weiteren Sortierdurchläufen erreichte der Brief schließlich den Zustellstützpunkt Wilnsdorf.
Zusammen mit dem Briefträger ging es zur Zieladresse, wo Bauer-Christian ihren Brief der Freundin übergab. „Das war unglaublich“, bilanziert die Gewinnerin. Außerdem stellt sie fest: „Ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, wie ein Brief zugestellt wird. Es fällt einem ja meistens nur das Negative auf. Bei der Masse kann ich verstehen, dass es passiert, dass ein Brief nicht ankommt.“ Häufig seien Sendungen auch schlichtweg unsachgemäß verpackt, zum Beispiel Schlüssel in unwattierten Umschlägen. Die würden in den Maschinen die Umschläge aufreißen und könnten herausfallen, so Buttgereit.
Am Ende der Postreise kommt Bauer-Christian zu dem Schluss, in Zukunft mehr auf sachgemäße Verpackung zu achten und keine roten Umschläge zu verschicken, denn auf denen, sagt sie, könnten die Sortiermaschinen die Codierungen nicht lesen. „Die Leute müssen besser darüber informiert sein, wie sie ihre Sendungen korrekt verpacken, damit auch alles ankommt“, sagt sie.
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