(RP) Die Kombination macht’s: vorne noch traditionell mit Schwemme, das Restaurant aber hell und edel, schick eingerichtet mit viel Liebe zum Detail. Dort stehen Kleinigkeiten wie Meersalz, Pfeffer und Olivenöl wie selbstverständlich auf dem Tisch.
Zum Jubiläumsmenu gab's Champagner. Foto: ddp
Seit zehn Jahren führen Carmen und Franz-Josef Stappen das gleichnamige Restaurant im malerischen Liedberg. Schon damals haben sie, nicht nur kulinarisch, frischen Wind in das beschauliche Dorf gebracht. Jetzt war es an der Zeit, um zu renovieren.
Das Restaurant ist so gestaltet, dass die Tische je nach Reservierung, individuell umgestellt werden können. Eine Idee der Chefin, die für den Service verantwortlich ist, während Ehemann Franz-Josef in der Küche Bodenständiges und Anspruchsvolles zaubert – stets mit frischen Zutaten.
Wenn Gerichte vom Schwein auf der regelmäßig wechselnden Karte stehen, dann stammen sie vom Schwäbisch-Hällischen. Einer alten Rasse, die gleich in der Nähe gezüchtet wird, und die ein befreundeter Metzger schlachtet. Ob Kurzgebraten oder geschmort (die Portion 19,50 Euro) – das Fleisch hat einen ganz anderen, wesentlich intensiveren Geschmack als das herkömmliche Schweinefleisch.
Info
Das Restaurant Gasthaus Stappen, Steinhausen 39, 41352 Korschenbroich-Steinhausen (Liedberg)
Öffnungszeiten täglich ab 17 Uhr (Küche ab 18 Uhr) , Sonntag auch 11 bis 15 Uhr (Küche 12 bis 14 Uhr), Dienstag ist Ruhetag
Telefon 02166 88226
Reservierung erwünscht
Rauchen nein
Die Renner Wiener Schnitzel vom Kalb mit Röstkartoffeln und Kopf-Gurkensalat (17,50 Euro), der Liedburger, angebratenes Lachstatar zwischen zwei Reibekuchen (9Euro), die wechselnden Fisch-Gerichte
Getränke Mehr als 100 Weine, alle auch glasweise erhältlich, 0,1l ab 2,80 Euro, im Schnitt 3,20 Euro
Wasser es gibt eine eigene Karte
Wir wählten bei unserem jüngsten Besuch das Jubiläumsmenü (54 Euro), das Stappen das ganze Jahr anbietet, je nach Saison aber den ein oder anderen Gang wechselnd. Wir starteten nach dem Glas Champagner mit dem Ziegenfrischkäse in Brique-Teig. Eine überraschende Kombination: der warme Käse zum süßen Tomaten-Sorbet.
Die Taglierini mit frischen Sommertrüffeln waren perfekt, selbst beim guten Italiener bekommen wir sie nicht besser. Nur leicht gedünstet, pur im Geschmack, kam der Rochenflügel mit einer leichten Olivenemulsion auf den Tisch, während unser Gegenüber die kräftige Suppe mit Edelfischen genoss. Rosa und butterzart war das gebratene Kalbsfilet mit Pfifferlingen. Am Nachbartisch wählte man das Rumpsteak, der Extrawunsch von dicken Bohnen war kein Problem.
Gleich zwei Nachspeisen wurden zum Menü gereicht. Das selbstgemachte Joghurt-Eis mit Johannisbeer-Suppe war erfrischend, die Mascarpone-Creme mit Schokolade allerdings zu mächtig.
Der aufmerksame, freundliche Service hat stets alles im Griff und berät gerne. Das gilt für die Weinempfehlung ebenso wie fürs Wasser. Denn bei Stappen gibt es eine eigene Wasserkarte. Wir probierten das 12 000 Jahre alte Gletscherwasser aus Kanada, das wie geschmolzener Schnee schmeckt. Eine Alternative zum Wein – für den Fahrer.
Quelle: RP