Günther Jauchs Erfolgsquiz: 10 Jahre "Wer wird Millionär?"
VON JÖRG ISRINGHAUS - zuletzt aktualisiert: 03.09.2009 - 07:42Köln (RPO). Am 3. September 1999 gewann die erste Kandidatin in Günther Jauchs Millionärs-Quiz 8000 Mark. Seitdem durften 1700 Mitspieler ihr Wissen testen, rund 60 Millionen Euro wurden verteilt. Die Faszination ist ungebrochen.
Für Geld hatte Günther Jauch immer ein glückliches Händchen. Schon als Zwölfjähriger spekulierte er an der Börse, erzählte er in der "Zeit", wollte sogar Banker werden. Stattdessen landete er bei RTL und brachte es zum beliebtesten Fernsehgesicht Deutschlands. Unter anderem, weil er Geld verschenkte. Sehr viel Geld: 60 500 000 Euro sind es bislang allein bei "Wer wird Millionär?", verteilt auf rund 1700 Kandidaten in zehn Jahren. Nur 20 gingen leer aus.
Am 3. September 1999 nahm die erste Kandidatin, eine Arzthelferin aus Aachen, 8000 Mark mit nach Hause. Insgesamt 49 Spielern stellte Jauch die Millionenfrage, acht verließen als Neu-Millionäre das Studio – so viele zufriedene Kunden hätte Jauch als Banker wohl kaum erreicht.
Zuschauer dürfen mitraten
Die Show verteilte nicht nur Millionen, sie lockte auch Millionen Menschen vor die Bildschirme, durchschnittlich sechs, in der Spitze elf. Ein Erfolgsrezept des aus England importierten Konzepts: Die Zuschauer können daheim mitraten, sich selbst als Kandidat fühlen. So sehr prägte "Wer wird Millionär?" die TV-Rätsel-Landschaft, dass andere Sender Ableger produzierten ("Das Quiz", ARD) und der Begriff "Telefonjoker" im Duden landete. Wissenschaftler untersuchten die Frage, welche Kandidaten die höchsten Gewinnchancen haben. Ihr Ergebnis: Je höher die Bildung und je größer die Zahl enger Freunde (für den Telefonjoker), desto wahrscheinlicher die Chance, das eigene Konto zu sanieren.
Natürlich spielen auch andere Erfolgsfaktoren eine Rolle – etwa der des Fremdschämens. Denn nirgendwo sonst bietet sich für Kandidaten die Möglichkeit, sich perfekt zu blamieren. So setzte ein Diplomingenieur seinen Publikumsjoker gleich bei der ersten Frage "Warum ist die . . . ? A: Blondine dumm, B: Forelle stumm, C: Banane krumm, D: Show schon rum."
Von Moses und Moneten
Auch schön war die Antwort auf die Frage, wie das erste Buch des Alten Testaments heißt – A: Pink Floyd, B: Judas Priest, C: Genesis, D: Moses Pelham. Antwort: "Es heißt ja das erste Buch Mose, also nehme ich Moses Pelham." Eine Projektingenieurin wiederum weigerte sich, einen einzigen Joker zu setzen, selbst als Jauch sie warnte – und ging mit 500 Euro nach Hause. Jauchs spontane Reaktion: "Gier frisst Hirn."
Mit ähnlich launigen Kommentaren garantierte der Moderator stabile Einschaltquoten und katapultierte sich selbst an die Spitze der Beliebtheitsskala. Man merkt es ihm an, wenn ihn ein Kandidat langweilt; er sagt, er brauche die Wahnsinnigen, diejenigen, die etwas riskieren, die trotz der Summen den spielerischen Charakter der Show nicht vergessen, statt auf Nummer sicher zu gehen und nur den Preis für einen gebrauchten Dreier-BMW erknobeln wollen. Beeindruckt haben ihn zum Beispiel Eckhard Freise, der Professor aus Münster und erste Millionär, dem Geld völlig egal war. Oder ein katholischer Priester, die die Hälfte seiner gewonnenen 125 000 Euro für die Renovierung seiner Kirche spendete.
Horst Schlämmer löst Jauch ab
Nur einmal, bei einem Prominenten-Special, drehte Horst Schlämmer alias Harpe Kerkeling den Spieß um und befragte Jauch. "Kein schönes Gefühl", gestand der 53-Jährige hinterher. Aber offensichtlich eine vermarktbare Konstellation. Jauch, der oft etwas schlaumeierische Herr über die richtigen Antworten, stellt sich in einer neuen Show nun den Fragen ausgesuchter Kandidaten.
"5 gegen Jauch" heißt das Format, Oliver Pocher moderiert. Stimmt die Quote, gib's vielleicht eine Neuauflage. Da es um viel Geld geht (für den Gewinner bis zu 250 000 Euro), wird Jauch das Glück wohl hold sein.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







